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	<title>Wer der Sonne entgegen fährt, lässt den Schatten hinter sich &#187; Fotos</title>
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		<title>Kamtschatka: Vulkantrekking mit BISS</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Aug 2015 10:56:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[admin-heike]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist schon verrückt, wie sehr man von der Technik abhängig ist. Sechs Wochen nach meiner Rückkehr habe ich nun endlich schnelles Internet und Telefon. Ich hatte schon überlegt in Dresden ins Hostel zu ziehen, um meine eMails beantworten, Bilder hoch laden und Blog schreiben zu können 😉 Doch ich habe die Zeit viel besser genutzt [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist schon verrückt, wie sehr man von der Technik abhängig ist. Sechs Wochen nach meiner Rückkehr habe ich nun endlich schnelles Internet und Telefon. Ich hatte schon überlegt in Dresden ins Hostel zu ziehen, um meine eMails beantworten, Bilder hoch laden und Blog schreiben zu können <img src="http://s.w.org/images/core/emoji/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Doch ich habe die Zeit viel besser genutzt und mit meiner Tochter und meinen beiden Enkeltöchtern verbracht sowie Freunde in Potsdam, Rügen oder Hamburg besucht. Seit letzter Woche bin ich nun endlich DRIN und möchte von der Reise in Kamtschatka berichten:</p>
<h4>Auf heißen Sohlen</h4>
<p>Nach den immer heißer werdenden Temperaturen in Ulaanbaatar freute ich mich schon auf eine Abkühlung in Kamtschatka. Das es fast noch ein zweiter &#8222;Winterurlaub&#8220; werden sollte, damit hatte ich allerdings nicht gerechnet. Am Flughafen holte mich Oliver Schmidt von Biss Reisen Berlin mit den Worten ab: &#8222;Wir hatten den Jahrhundert Winter und noch zu viel Schnee in den Bergen. Der Reiseverlauf muss daher etwas abgeändert werden.&#8220;</p>
<p>Insgesamt empfingen mich 9 weitere Reiseteilnehmer + Fahrer + Köchin + Guide. Nach der ersten Nacht in einer Pension mit hervorragender Bewirtung und &#8222;beschnuppern&#8220; der Anderen ging es am nächsten Morgen mit Sack und Pack los mit einem Allrad-Unimog (Gas66) mit Personenkabine gen Norden. Unterwegs durften wir uns im Natur Hot Spot einen heißen Hintern holen und gezeltet wurde wild auf einer Wiese. Nach zwei Fahrtagen schlugen wir inmitten einer Mondlandschaft unser Lager auf. Rings herum konnte man Vulkane, Aschekegel und die verschiedenen Stufen von Vegetationsregenerierung betrachten.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2145'><img width="300" height="133" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC08189-300x133.jpg" class="attachment-medium" alt="Hot Spring" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2146'><img width="300" height="148" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC08195-300x148.jpg" class="attachment-medium" alt="Lager am Wegesrand" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2147'><img width="300" height="201" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC08281-300x201.jpg" class="attachment-medium" alt="Sascha´s Lieblingsplatz am Lagerfeuer" /></a>

<p>Das Wetter war leider nicht so, wie wir es uns verdient hätten <img src="http://s.w.org/images/core/emoji/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Deshalb krochen wir am Regentag in die Lavahöhle. Dort hatte es gelben Sand vom Strand aus Haiti hoch geschleudert. Am nächsten Tag fuhren wir in Richtung Tolbatschik Vulkan, der das letzte Mal 2013 ausbrach. Wir kletterten über noch heiße Lavaströme und rösteten unsere Brotscheiben (als Test auch mal mit Käse) am Rand von heißen Luftlöchern. Bei Rosemarie dampften sogar die Schuhsohlen! Der Höhepunkt war ein Tag später der Aufstieg im dicken Nebel zum Kraterrand des Vulkans. Immerhin riss es auf als wir oben waren. Der Panoramablick blieb den &#8222;Fotojägern&#8220; allerdings verwehrt. Hinab ging es zum Teil durch hüfthohen Schnee.  So mussten wir am Abend die Sachen und Schuhe an Sascha´s Lieblingsplatz trocknen.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2149'><img width="267" height="300" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC08230-267x300.jpg" class="attachment-medium" alt="Lava Höhle" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2150'><img width="300" height="179" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC08240-300x179.jpg" class="attachment-medium" alt="Sand aus Haiti" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2151'><img width="300" height="202" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC08334-300x202.jpg" class="attachment-medium" alt="Lavaströme und Aschekegel" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2152'><img width="300" height="199" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC08368-300x199.jpg" class="attachment-medium" alt="Vulkankrater Tolbatschik" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2153'><img width="300" height="199" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC08379-300x199.jpg" class="attachment-medium" alt="Rückweg im teilweise hüfthohen Schnee" /></a>

<h4>Wo ist der Bär</h4>
<p>Weiter ging die steile und beschwerliche Fahrt mit unserem Unimog hoch zum Kljucevskoj Nationalpark. Hier erwartete uns eine fotogene Mückenzone. Wandern war nur mit Moskitonetz auf dem Kopf möglich. Dafür wurden wir mit einem wunderschönen Panoramablick entschädigt. Der Wettergott war uns hold und so bald ein bisschen Wind aufkam, gab es auch keine Mücken mehr. Zum ersten Mal sahen wir von weiten einen Bären, wir lernten Oliver´sche Gehzeiten kennen und freuten uns jeden Abend über das abwechslungsreiche, reichhaltige und super leckere Essen von Swetlana. Dazu gab es natürlich russischen Wodka <img src="http://s.w.org/images/core/emoji/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2165'><img width="300" height="199" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC_2644-300x199.jpg" class="attachment-medium" alt="fotogene Mückenzone" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2161'><img width="300" height="199" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC08434-300x199.jpg" class="attachment-medium" alt="Panoramablick zum Vulkan" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2159'><img width="254" height="300" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC08429-254x300.jpg" class="attachment-medium" alt="Fotojäger auf der Pirsch" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2158'><img width="300" height="199" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC08420-300x199.jpg" class="attachment-medium" alt="Wo ist der Bär - Suchbild" /></a>

<h4>Der Vielfraßtag</h4>
<p>Eigentlich sollte es eine 5-tätige Wanderung durch den Bystrinskij Nationalpark werden. Doch leider gab es auf dem Pass noch zu viel Schnee und so lagerten wir an einem Ort und zogen von dort aus los. Das Gepäck wurde von Pferden transportiert. Für Sascha die Gelegenheit seinen Unimog in Esso reparieren zu lassen. Gleich hinter dem Lager fanden wir eine ganz frische Bärenspur die wir verfolgten und hielten Ausschau nach abgeworfenen Rentiergeweihen. Als wir so dahin wanderten sahen wir plötzlich ein großes Tier auf uns zukommen. Schnell war ein Fernglas zur Hand. Ein Vielfraß jagte fröhlich und unbekümmert Bodenbrüter. Der Wind kam aus seiner Richtung und so hatte er uns noch nicht wahrgenommen. Zeit um alles fotografisch festzuhalten. Auf dem Rückweg belohnte uns der Wettergott sogar noch mit einem doppelten Regenbogen.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2169'><img width="300" height="200" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC08540-300x200.jpg" class="attachment-medium" alt="Gepäcktransport mit Pferden" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2167'><img width="300" height="199" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC08465-300x199.jpg" class="attachment-medium" alt="frische Bärenspur" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2168'><img width="300" height="195" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC08484-300x195.jpg" class="attachment-medium" alt="Vielfraß bei der Jagd" /></a>

<h4>Wie die Schneeschafe auf den Vulkan</h4>
<p>Am nächsten Tag wollte Oliver mit uns das &#8222;schlafende Rentier&#8220; besteigen. Frisch auf und munter ging es den Fluss entlang durchs Gestrüpp. Am ersten Hügel angekommen, sahen wir einen Bären mit dem gleichen Ziel: den Gipfel. Aber auch zwei Schneeschafe bewegten sich sicher über uns im Geröllfeld. Für mich wurde der Aufstieg zur Tortur. Erst durch eine Energiespritze in Form von Essen aus Olivers Rucksack konnte ich die Anstrengung bewältigen. Oben angekommen gab es ein Picknick. Der Bär war allerdings schon über alle Berge. Wir mussten uns ebenso beeilen, denn auf uns kamen feuchte Nebelschwaden zu. Der Rückweg wurde für alle physisch als auch psychisch zu einer Grenzerfahrung. Die Geröllsteine waren jetzt Schmierseife und der Pfad am Fluss entlang entpuppte sich als unwägbares Gelände. Überglücklich wieder gesund unten zu sein, genehmigten wir uns im Lager einen doppelten Wodka. Bald setzte Dauerregen ein und die Plätze ums Lagerfeuer waren heiß begehrt.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2173'><img width="300" height="181" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC08519-300x181.jpg" class="attachment-medium" alt="Bär auf dem Weg zum Gipfel" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2174'><img width="300" height="199" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC08524-300x199.jpg" class="attachment-medium" alt="Schneeschafe u. wir auf dem Weg zum Gipfel" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2175'><img width="300" height="208" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC08527-300x208.jpg" class="attachment-medium" alt="Picknick am Ziel" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2176'><img width="300" height="199" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC08528-300x199.jpg" class="attachment-medium" alt="heiß begehrte Plätze rund ums Lagerfeuer" /></a>

<h4>Ruhetag ohne Ruhe</h4>
<p>Endlich ein Dach über den Kopf, Sachen waschen, Zelt trocknen und heiß duschen bzw. wer wollte konnte im Geothermalbad mit einem Bierchen in der Hand &#8222;einweichen&#8220;. Doch lange ausruhen war nicht! Zuviel gab es in dem kleinen hübschen Ort Esso zu sehen. Wir besuchten das Volkskunde Museum wo wir die Lebensweise und Kulturen der indigenen Volksgruppen der Itelmenen, Ewenen und Korjaken von Oliver ausführlich erklärt bekamen. Danach ging es weiter zum Info-Center der Nationalparkverwaltung, so mancher gab viel Geld aus in der Werkstatt beim Schnitzer und am Nachmittag begeisterte uns eine Tanzveranstaltung der einheimischen Ewenen und Korjaken. Wer wollte konnte sich abends noch in der Banja mit einem Birkenzweig gegenseitig weich klopfen.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2182'><img width="300" height="199" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC08548-300x199.jpg" class="attachment-medium" alt="Volkskunde Museum" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2183'><img width="300" height="217" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC08561-300x217.jpg" class="attachment-medium" alt="Haus der Volksgruppen" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2184'><img width="300" height="199" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC08565-300x199.jpg" class="attachment-medium" alt="Volkskunde Museum" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2185'><img width="300" height="195" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC08570-300x195.jpg" class="attachment-medium" alt="Haus der Volksgruppen" /></a>


<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2186'><img width="300" height="247" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC08627-300x247.jpg" class="attachment-medium" alt="Volkstanzgruppe" /></a>

<p>Nicht das wir schon genug gehabt hätten, von diesem Ruhetag, nein. Am Abend fand sich eine spielwütige Kniffelgruppe zusammen, die voller Begeisterung lautstark auch die Anderen vom ihrem einmaligen Erfolg teilhaben ließ. Es wurden 9 Kniffel gewürfelt von 5 Teilnehmern in einem Spiel.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2204'><img width="300" height="199" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC08787-300x199.jpg" class="attachment-medium" alt="Spielergebnis: 9 Kniffel!" /></a>

<h4>Was macht der Bär im Lager?</h4>
<p>Nun war Anfang Juli und der Schnee ist vielleicht schon weniger geworden. Also fuhren wir weiter nach Südkamtschatka und schlugen unser Lager am Wegesrand am Fluss auf. Doch leider war am Pass kein Durchkommen. So trollten wir uns wieder und zogen ein Bad im heißen Hot Spring vor <img src="http://s.w.org/images/core/emoji/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Für die Besteigung am nächsten Tag organisierte uns Oliver Schneemobile. Telefonieren konnte man allerdings nur auf dem Unimog &#8211; in der russischen Telefonzelle!</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2191'><img width="300" height="199" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC08655-300x199.jpg" class="attachment-medium" alt="Meter hoher Schnee" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2192'><img width="300" height="199" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC08664-300x199.jpg" class="attachment-medium" alt="Entspannung im Hot Spring" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2193'><img width="199" height="300" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC08668-199x300.jpg" class="attachment-medium" alt="russische Telefonzelle" /></a>

<p>Zwei Tage schlich der Braunbär schon ums Zeltlager herum. Der leckere Essengeruch aus Swetlanas Küche lockte ihn an. Bären können bis zu 3 Kilometer weit gut riechen. Und nach dem der Winter so extrem lang war, hatte er natürlich um so doller Hunger und war auf der Suche nach etwas Essbarem. Also wurde alles was gut riecht (wie Zahnpasta, Creme, Lippenpomade etc.) aus dem Zelt ins Auto gepackt und mitgenommen. Wir wollten die Besteigung des Mutnowskij Vulkans mit Schneemobilen wagen. Doch vorerst sollten wir russische Wartezeit kennen lernen. Die Crew mit den heißbegehrten Fortbewegungsmitteln hatte 5 Stunden Verspätung <img src="http://www.heikenicklisch.de/wp-includes/images/smilies/frownie.png" alt=":-(" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> So vertrieb sich jeder die Wartezeit auf seine Art.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2196'><img width="300" height="199" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC08682-300x199.jpg" class="attachment-medium" alt="russische Wartezeit" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2197'><img width="300" height="199" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC08685-300x199.jpg" class="attachment-medium" alt="Schneefrau" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2198'><img width="300" height="199" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC08688-300x199.jpg" class="attachment-medium" alt="Transportmittel zum Vulkan" /></a>

<p>Am Vulkan empfing uns ein spektakuläres Schauspiel von schwefelgelben Fumarolen und kochenden Schlammtöpfen. Wir bestiegen noch einen weiteren Krater mit Seilsicherung. Beim Abstieg riss die Wolkendecke etwas auf und gab tolle Aussichten auf bunte Berge (wie in Island) frei. Zurück ging es in rasender Geschwindigkeit.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2199'><img width="300" height="199" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC08728-300x199.jpg" class="attachment-medium" alt="Mutnowskij Vulkan" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2200'><img width="300" height="199" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC08735-300x199.jpg" class="attachment-medium" alt="Rückfahrt mit Blick auf den dampfenden Vulkan" /></a>

<p>Den ganzen Tag fragten wir uns besorgt: Was wohl der Bär im Lager so treibt? Voll gespannt darauf was uns erwartet, fuhren wir im Dunkeln zurück. Jeder hatte &#8222;Bammel&#8220; um sein Zelt. Ich meinte noch scherzhaft: &#8222;Bei mir ist es egal. Mein Zelt ist schon alt.&#8220; Als wir um die Ecke fuhren und das ganze Ausmaß der Schäden sichtbar wurde:</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2136'><img width="150" height="150" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC08669-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Braunbär schleicht ums Lager" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2137'><img width="150" height="150" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC08741-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Zerstörung meines Zeltes, Matte und Schlafsack" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2135'><img width="150" height="150" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC08647-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Russische Propaganda: &quot;Müll wegräumen, Partisan!&quot;" /></a>

<p>Die letzten Tage vergingen wie im Flug: Ein Teil der Gruppe bestieg noch den Vulkan Gorelij, während der andere Teil einen Rundflug zum Tal der Geysire genoss. Dabei habe ich meinen Rettern in der Not Christian und Birgit zu verdanken, dass mir meine Füße nicht erfroren sind. Wir fuhren noch weiter zum Awatschinskij Vulkan, der wegen zu viel Schnee nur zur Hälfte bestiegen werden konnte. Geschlafen habe ich auf meiner reparierten Matte und im geklebten Schlafsack in Olivers Zelt. Zum Schluss gönnten wir uns eine Bootstour in der Awatscha Bucht zu den Inseln &#8222;Tri Brata&#8220; und &#8222;Babuschkin Kamen&#8220; wo wir viele Seevögel und auch eine Robbe sahen. Am Abschiedsabend feierten wir ausgiebig, bedankten uns bei Swetlana für das leckere Essen, bei Sascha für das sichere Fahren und bei Oliver für die super tolle Organisation und einfühlsame Führung. Eine wunderschöne Reise mit tollen Begleitern war leider zu Ende <img src="http://www.heikenicklisch.de/wp-includes/images/smilies/frownie.png" alt=":-(" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2209'><img width="300" height="226" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/08/DSC09057-300x226.jpg" class="attachment-medium" alt="Toporki (Papageientaucher)" /></a>

<p>Ich kann allen empfehlen, wer einmal nach Kamtschatka reisen möchte, dann <span style="text-decoration: underline;">NUR</span> mit Oliver Schmidt . Seine Webseite findet ihr hier:  http://www.terracirca.de   Wer ihn live erleben möchte, hat am 30. Oktober 2015 im Globetrotter Dresden bei seinem Vortrag: &#8222;Pazifischer Feuerring &#8211; Teil 1&#8243; die Gelegenheit dazu und kann sich schon für die nächste Reise 2016 bekannt machen <img src="http://s.w.org/images/core/emoji/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>
<p>Ich jedenfalls freue mich auf ein Wiedersehen der Gruppe in Dresden und natürlich wartet auch schon der Kniffelbecher auf eine Revanche.</p>
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		<title>Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Jun 2015 00:32:55 +0000</pubDate>
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		<title>Ein Land im Spagat zwischen Tradition und Moderne</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Jun 2015 00:30:51 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Der Weg zurück von den heißen Quellen nach Tzenkher war sehr anstrengend und weit mit dem schweren Gepäck und ich war in der Steppe den Wetterkapriolen vollkommen ausgesetzt. Jeder Nomade der vorbei kam hielt an und fragte nach dem Weg. Zwei Mal kam sogar ein Einheimischer vorbei und bot mir ein Pferd an. Hier läuft [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der Weg zurück von den heißen Quellen nach Tzenkher war sehr anstrengend und weit mit dem schweren Gepäck und ich war in der Steppe den Wetterkapriolen vollkommen ausgesetzt. Jeder Nomade der vorbei kam hielt an und fragte nach dem Weg. Zwei Mal kam sogar ein Einheimischer vorbei und bot mir ein Pferd an. Hier läuft NIEMAND! Ein Pferd ist das Mindeste an Fortbewegungsmittel. An der Bushaltestelle angekommen, musste ich feststellen, dass es kein Zimmer im Ort zum Übernachten gibt. Und so stellte ich im Regen mein Zelt direkt neben der Straße auf, wo morgens der Bus nach UB vorbei kommen sollte. Es regnete noch die ganze Nacht. Was bin ich glücklich, mein eigenes „Haus“ dabei zu haben. In UB angekommen bezog ich Quartier im UB Guesthouse. Hier konnte ich mein Zelt auf dem Balkon trocknen und den Waschservice nutzen. Am Abend gab es das Lichterfest zu Buddha´s birthday im Naadam Stadion. Eigentlich wollte ich fünf Tage im Terelj NP wandern gehen. Aber irgendwie habe ich zu sehr gefroren in der kältesten Hauptstadt der Welt und mir eine ordentliche Erkältung zugezogen, so dass ich beschloss, in UB zu bleiben, um wieder gesund zu werden für die nächste richtige Trekkingtour in Kamtschatka. In UB kann man so viele geschichtsträchtige Orte und Museen besuchen, dass es einem nicht langweilig wird. Im Gandan Kloster traf ich dann noch Viola aus Karlsruhe, so dass es ein gemeinsames „abhaken“ der Sehenswürdigkeiten wurde.</p>
<h4>Lichterfest zu Buddha´s Geburtstag</h4>
<p>Der Tag an dem Buddha zur Erleuchtung kam und das Nirvana erreichte ist der 25. Mai. Zu diesem Anlass gab es am 6. Juni ein Lichterfest im Naadam Stadion in UB. Es wurden nach der Zeremonie der Mönche Butter- und Papierlampen angezündet und mit einem Wunsch in den Himmel gelassen. Hoffen wir, dass sie alle in Erfüllung gehen.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2039'><img width="474" height="256" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC08012-1024x554.jpg" class="attachment-large" alt="Papierlampen zu Buddha´s birthday" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2040'><img width="474" height="313" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC08015-1024x676.jpg" class="attachment-large" alt="Wünsche werden in den Himmel geschickt" /></a>

<h4>Das Gandan Kloster</h4>
<p>Gandan ist das grösste und bedeutendste Kloster der Mongolei und eins der interessantesten Sehenswürdigkeiten in UB. Es wurde 1727 gegründet und diente während der kommunistischen Zeit als „Vorzeigekloster“, in dem religiöse Zeremonien unter der Kontrolle der Geheimpolizei stattfinden durften. Heute leben wieder über 600 Mönche im Kloster. Im größten Gebäude befindet sich die 26 Meter hohe Statue der Göttin Janraisig, für die das Kloster berühmt ist. 1938 hatten sowjetische Truppen die Statue demontiert und eingeschmolzen. Die buddhistische Gemeinde ließ 1996 mit umgerechnet fünf Millionen Dollar Spenden eine neue vergoldete Statue errichten. Für den buddhistischen Oberhaupt den Dalai Lama wurde ein Thronsessel neu erbaut. Ob er darin je gesessen hat, ist mir unbekannt.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2041'><img width="474" height="275" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC08026-1024x594.jpg" class="attachment-large" alt="Gandan Kloster" /></a>

<h4>Zaisan Monument</h4>
<p>Zaisan ist eine Gedenkstätte mit der ewigen Flamme des Friedens (brennt aber heute nicht mehr), welche an die im Zweiten Weltkrieg gefallenen Sowjetsoldaten erinnern soll. In einem Rundbau stellen verschiedene Wandgemälde Szenen der Freundschaft zwischen den Völkern der UdSSR und der Mongolei dar, beispielsweise die sowjetische Unterstützung für die Unabhängigkeit der Mongolei 1921, die Niederlage der japanischen Kwantung Armee am Chalch Fluss, den Sieg über Nazi Deutschland und Errungenschaften der Friedenszeit wie die russische Raumfahrt. Nach Russland war die Mongolei das zweite sozialistische Land der Welt.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2079'><img width="474" height="331" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC08030-1024x715.jpg" class="attachment-large" alt="Zaisan Monument" /></a>

<p>Steigt man zum Monument hinauf, wird man mit einem Rundblick auf UB entschädigt.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2042'><img width="474" height="107" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC08036-1024x232.jpg" class="attachment-large" alt="Blick auf Ulaanbaatar" /></a>

<p>Die Treppe hinab befindet sich ein Panzer, der vom mongolischen Volk einer russischen Brigade gespendet worden war. Auf einer Karte kann man den Weg des Panzers von Moskau bis Berlin (wo er auch gewesen sein soll) nachvollziehen.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2077'><img width="474" height="270" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC08039-1024x584.jpg" class="attachment-large" alt="Panzerdenkmal" /></a>

<h4>Bogd Khan Palast</h4>
<p>Auf unserem Rückweg lag noch der Palast des 8. und letzten Bogd Khan, dem religiösen Oberhaupt des Buddhismus in der Mongolei. Der erste war Zanabazar, ein direkter Nachfahre von Chinggis Khaan, die letzten sechs kamen aus Tibet. Nach seinem Tod 1924 verbot die kommunistische Regierung der Mongolei die Suche nach einem Nachfolger. Fotografieren war leider verboten.</p>
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<h4>Terelj NP + Chinggis Khaan Statue Complex</h4>
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<p>Das UB Guesthouse bot einen Ausflug in den Terelj NP an und so konnte ich doch noch die schöne Landschaft direkt vor den Toren Ulaanbaatars genießen.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2043'><img width="474" height="319" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC08061-1024x690.jpg" class="attachment-large" alt="Ausblick vom Tempel" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2044'><img width="474" height="312" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC08120-1024x675.jpg" class="attachment-large" alt="Turtle Rock" /></a>

<p>Einen lohnenden Autostop legten wir noch am Reiterstandbild des Chinggis Khaan ein. Es ist eine 40 Meter hohe Statue von ihm zu Pferd mit Aussichtsplattform, von wo aus man einen schönen Panoramablick hat. Im Gebäude befindet sich ein Museum mit Ausstellungen über die Bronzezeit und archäologische Kulturen in der Mongolei.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2045'><img width="474" height="282" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC08138-1024x609.jpg" class="attachment-large" alt="Chinggis Khaan Statue Complex" /></a>

<h4>Nationalmuseum</h4>
<p>Das Nationalmuseum zählt zu den bedeutendsten Museen der Stadt. Von der Ur- und Frühgeschichte über Chinggis Khaan und seine Erben bis hin zur jüngsten Vergangenheit der Mongolei beherbergt das Museum viele beachtenswerte Exponate.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2089'><img width="474" height="215" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC08164-1024x464.jpg" class="attachment-large" alt="Nationalmuseum der Mongolei" /></a>

<h4>Sukhbaatar Platz + The Blue Sky Tower</h4>
<p>Der Sukhbaatar Platz ist der größte der Stadt. Hier begann 1990 der demokratische Aufbruch mit Hungerstreiks, die zum Zusammenbruch des Regimes beitrugen. An der Frontseite dominiert das Regierungs- und Parlamentsgebäude wo die Statuen von Chinggis Khaan in der Mitte und rechts und links jeweils die seines dritten Sohnes und die des Enkels seines vierten Sohnes thronen. Genau gegenüber überragt der The Blue Sky Tower die Stadt, wo man in der obersten Etage im Restaurant einen super Überblick hat und einen schönen Sonnenuntergang bei gepflegten Speisen und Getränken genießen kann.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2090'><img width="474" height="164" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC08147-1024x354.jpg" class="attachment-large" alt="Regierungs- und Parlamentsgebäude" /></a>


<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2117'><img width="474" height="88" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC08159-1024x191.jpg" class="attachment-large" alt="Sukhbaatar Platz mit The Blue Sky Tower" /></a>

<h4>&#8222;The fountain of Bakhchisarai&#8220; by Asafev</h4>
<p>Gemeinsam besuchen wir ein Ballettstück in der Oper am Sukhbaatar Platz. “Der Brunnen von Bakhchisarai&#8220; ist ein russisches Ballettstück nach einem Gedicht von Alexander Puschkin aus dem Jahr 1823. Die Musik schrieb Boris Asafev und die Choreographie Rostislav Zakharov. Das Stück handelt von dem tatarischen Khan Girey Skala der den Palast eines polnischen Edelmannes überfällt, alle Männer umbringt und die Frauen als Pfand mit in sein Harem nimmt. Er ist unsterblich in die schöne Maria verliebt. Diese weist ihn jedoch zurück. Seine Haremsfrau Zarema bekommt seine Verliebtheit in die neue Frau zu spüren, der Khan lehnt sie ab. In ihrer Eifersucht tötet sie des nachts die schöne Maria, der Khan erwischt sie auf frischer Tat und lässt Zarema töten. Er sitzt am Brunnen, den er für Maria erbauen lies. Der Palast wurde ursprünglich im sechzehnten Jahrhundert gebaut und steht auf der Krim, in der Nähe Jalta. Den Brunnen soll es immer noch im Hof des Palastes geben. Er heißt Fountain of Tears.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2065'><img width="474" height="292" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC08150-1024x631.jpg" class="attachment-large" alt="Opernhaus Ulaanbaatar" /></a>

<h4>Zanabazar Museum der bildenden Kunst</h4>
<p>Zanabazar war das erste religiöse Oberhaupt des Lamaismus in der Mongolei. Er war zu seiner Zeit ein hoch begabter Gelehrter und Bildhauer. Er ist vor allem durch seine Bildhauerkunst und durch die Schaffung des Sojombo Alphabetes in die Geschichte eingegangen. Das Museums für bildende Künste stellt viele seiner Gemälden, Schnitzereien und Skulpturen aus. Schön zu betrachten sind sehr seltene und alte religiöse Thangka (Gemälde) und buddhistische Statuen. Die Bilder One Day in der Mongolei und das Airag Fest gehören mit zu den schönsten und zeigen fast jeden Aspekt des Nomadenlebens. Wenn man das Gebäude betritt werden im ersten Raum alte Kunst ausgestellt wie Hirschsteine aus der Bronzezeit. Das Museum verkauft ebenso Souvenirs bedruckt mit der schönen zeitgenössischen Kunst. Das Gebäude selbst stammt aus der Manchu Zeit, wurde zuerst als eine chinesische Bank verwendet, in den 1920er Jahren blieben sowjetische Truppen hier und später beherbergte es das Außenministerium der Mongolei.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2088'><img width="474" height="303" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC08161-1024x654.jpg" class="attachment-large" alt="Zanabazar Museum der bildenden Kunst" /></a>

<h4>Choijin Lama Tempel</h4>
<p>Der Coijin Lama Tempel ist ein klassisches Beispiel der mongolischen traditionellen buddhistischen Architektur und wurde in den Jahren 1904 &#8211; 1908 erbaut. Dieser war der einstige Sitz des Staatsorakels und Beraters des Bogd Khaan. Bevor wichtige Entscheidungen getroffen wurden, befragte man die Götter. Der Lama rief dabei den Schutzgott Choijin an, den Schutzgott der Religion. Im Jahre 1918 erwachte er allerdings nicht mehr aus seiner  Trance. In den Tempeln kann man die vielen Tsam Masken und Reliquien des traditionellen religiösen Maskentanzes betrachten. Im Haupttempel ist eine Mumie des Lehrers des Choijin Lamas zu sehen.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2046'><img width="474" height="714" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC08181-680x1024.jpg" class="attachment-large" alt="Choijin Lama Tempel + The Blue Sky Tower" /></a>

<h4>Ein Land im Spagat zwischen Tradition und Moderne</h4>
<p>Wir schlendern über den Sukhbaatar Platz und beobachten das Treiben. Da kommt ein Mann im traditionellen Deel angelaufen und neben ihm eine Frau in moderner Kleidung und hohen Absatzschuhen. Ich finde es toll, dass beides täglich gelebt wird: Tradition und Moderne.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2101'><img width="474" height="389" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC06225-1024x841.jpg" class="attachment-large" alt="Tradition + Moderne" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2100'><img width="474" height="535" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC06223-907x1024.jpg" class="attachment-large" alt="Mann im Deel + Frau in Highheels" /></a>

<p>Außerdem staune ich nicht schlecht, als ich gleich neben meinem Guesthouse ein veganes Restaurant entdecke und dann noch mehr, als ich sah, dass die Tische voll mit Einheimischen besetzt sind. Kam doch gerade erst Viola vom Picknick mit Einheimischen zurück und erzählte mir, dass die Mongolen aus UB quasi mit ihrem „Frischfleisch“ im Kofferraum ins Grüne fahren und dort traditionell das Vieh schlachten und zubereiten. Und sie haben es nicht nur gemacht, weil sie einen deutschen Gast betreuen wollten, nein, es war ein ganz normaler Ausflug und Viola war lediglich dazu eingeladen.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2093'><img width="474" height="312" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC081821-1024x674.jpg" class="attachment-large" alt="Loving Hut veganes Restaurant" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2094'><img width="474" height="228" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC08183-1024x492.jpg" class="attachment-large" alt="Innengestaltung" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2095'><img width="474" height="615" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC08184-789x1024.jpg" class="attachment-large" alt="Menükarte" /></a>

<h4>Weiterreise nach Osten</h4>
<p>Bevor hier in UB die Temperaturen zu heiß werden, reise ich weiter und mache mich auf den Weg nach Osten. <span style="text-decoration: underline;"><em><strong>Vulkan Trekking in Kamtschatka</strong></em></span> heißt das nächste Reiseziel und dort sind die Temperaturen für mich viel erträglicher! Doch eh der nächste Bericht bei euch auf dem Bildschirm erscheint, möchte ich schon mal die Einladung zur &#8222;Rückkehrparty&#8220; bekannt geben. Denn schon bald hat alles ein Ende, aber die Wurst hat ja bekannterweise zwei.</p>
<p>Bis ganz bald eure Heike</p>
<div id="attachment_2058" style="width: 720px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/Wurst.jpeg"><img class="size-full wp-image-2058" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/Wurst.jpeg" alt="Einladung Rückkehrparty" width="710" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">Einladung Rückkehrparty</p></div>
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		<title>Kältekammer mit heißem Hintern</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Jun 2015 03:10:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[admin-heike]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte]]></category>
		<category><![CDATA[Fotos]]></category>

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		<description><![CDATA[Regierungssitz des größten Weltreiches Von Ulaanbaatar (UB) aus starte ich mit dem Linienbus in Richtung Zentralmongolei. Nach gut 6 Stunden Fahrt erwartet mich Geya vom gleichnamigen Guesthouse am Busstop in Kharkhorin (Karakorum). Ich beziehe ein Ger im Camp und lasse es mir in der wärmenden Sonne gut gehen. Dieser kleine Ort mit seinen 8000 Einwohnern [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h4>Regierungssitz des größten Weltreiches</h4>
<p>Von Ulaanbaatar (UB) aus starte ich mit dem Linienbus in Richtung Zentralmongolei. Nach gut 6 Stunden Fahrt erwartet mich Geya vom gleichnamigen Guesthouse am Busstop in Kharkhorin (Karakorum). Ich beziehe ein Ger im Camp und lasse es mir in der wärmenden Sonne gut gehen. Dieser kleine Ort mit seinen 8000 Einwohnern liegt ca. 320 Kilometer westlich von UB und zählt zum UNESCO-Welterbe. Hier befand sich vor mehreren hundert Jahren ein politisches Zentrum weiter Teile Zentralasiens. Der Grundstein des alten Karakorum wurde schon im 8. Jahrhundert während der Uigurenzeit gelegt. Während der Herrschaft Chingghis Khaans sollte hier seine Hauptstadt entstehen. Allerdings wurde damals die neue Stadt erst nach seinem Tod errichtet. Schon sein Enkel Kublai Khan verlegte den Regierungssitz dann in das heutige Peking. Später wurde die Stadt von den Manchuren zerstört. Zu den wenigen übrig gebliebenen Spuren zählen einige Schildkröten Skulpturen aus Stein.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1942'><img width="474" height="308" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC07695-1024x666.jpg" class="attachment-large" alt="Karakorum" /></a>

<p>200 Jahre nach seinem Untergang begann die zweite Blüte von Karakorum als Sitz des Klosters Erdene Zuu (Hundert Schätze). Es wurde 1586 als das erste buddhistische Kloster der Mongolei gegründet. Zu seinen Glanzzeiten beherbergte es über 1000 Mönche. Zusammen mit Kharkhorin wurde es von den Manchu zerstört und erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts wieder hergestellt. Die zweite Zerstörungswelle brachten die stalinistischen &#8222;Säuberungen&#8220; um 1930. Erst nach Etablierung der Demokratie in der Mongolei konnte das Kloster als religiöses Zentrum wieder in Betrieb genommen werden. Der Wiederaufbau ist ein wichtiges nationales Projekt. Das Areal wird von einer grossen Mauer mit 108 Stupas umschlossen.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1960'><img width="474" height="315" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC07684-1024x680.jpg" class="attachment-large" alt="Erdene Zuu" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1988'><img width="474" height="160" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC07696-1024x345.jpg" class="attachment-large" alt="Mauer mit 108 Stupas" /></a>

<h4>Wohnsitz des ersten lamaistischen Oberhauptes</h4>
<p>Kharkhorin liegt am Fluss Orchon. Das Orchon Tal wurde von der UNESCO 1994 in die Liste der Stätten des Weltkultur- und Naturerbes aufgenommen. Hier befinden sich wichtige historische Stätten die bis ins 4. Jahrhundert und sogar noch weiter reichen. Ich miete mir einen Fahrer und mache zusammen mit ihm einen Tagesausflug durch das schöne Flusstal. Entlang der sanften grünen Hügel entdecke ich beim Vorbeifahren am Felsen ein Adlernest und auf der Wiese gehen die Bewohner spazieren. Tagesziel soll heute das Kloster Tuvkhun sein, was selbst wie ein Adlerhorst im Felsen thront. Doch bevor wir es erreichen, bleibt das Auto in der nassen Wiese stecken <img src="http://www.heikenicklisch.de/wp-includes/images/smilies/frownie.png" alt=":-(" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Erst nach drei Stunden &#8222;Befreiungsaktion&#8220; vom Fahrer kann ich den Ausblick vom Tempel genießen.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1976'><img width="474" height="176" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC07721-1024x380.jpg" class="attachment-large" alt="Orchon Tal" /></a>


<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1975'><img width="474" height="196" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC07711.jpg" class="attachment-large" alt="Adler Spaziergang" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1977'><img width="474" height="320" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC07751-1024x692.jpg" class="attachment-large" alt="blühender Enzian" /></a>


<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1944'><img width="474" height="315" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC07763-1024x680.jpg" class="attachment-large" alt="Tuvkhun Kloster" /></a>

<p>Hier lebte, meditierte und entwickelte Öndör Gegeen  Dsanabadsar das erste religiöse Oberhaupt des Lamaismus in der Mongolei 1686 die Schrift <em>sojombo</em>. Sie basiert auf dem Lantsa Devanagari und kann sowohl mongolisch, tibetisch als auch Sanskrit repräsentieren. Da das Sojombo Alphabet eher umständlich zu schreiben und gerade durch seine Exaktheit nicht optimal für die Wiedergabe der unterschiedlichen mongolischen Dialekte geeignet ist, setzte es sich nicht als alltägliche Schrift durch. Sein Anfangssymbol ziert jedoch noch heute die Nationalflagge der Mongolei. Das Sojombo Symbol repräsentiert die Geschichte, Tradition und Unabhängigkeit der Mongolen. Mir wurde berichtet, dass Kinder von der 3. bis zur 5. Klasse lesen und schreiben der traditionellen mongolischen Schrift lernen.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1995'><img width="474" height="360" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC08142-1024x777.jpg" class="attachment-large" alt="Sojombo - traditionelle mongolische Schrift" /></a>

<h4>Unterwegs in der Kältekammer</h4>
<p>Weiter geht die Fahrt mit dem Linienbus nach Tsetserleg zur Hauptstadt des Bezirkes Arkhangai. Dort quartiere ich mich für zwei Nächte in ein Hotel ein, weil das angeblich so tolle Guesthouse fast das Doppelte kostet! Es ist noch Vorsaison und kaum ein Tourist ist hier unterwegs. So besichtige ich allein das Klostermuseum Zayaiyn Khuree aus dem 16. Jahrhundert mit seinen Felsmalereien, die so tief in den Felsen eingemeißelt und mit Farben ausgemalt wurden, dass trotz mehrfacher Versuche der kommunistischen Machthaber deren Entfernung nicht gelang.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1961'><img width="474" height="176" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC07774-1024x381.jpg" class="attachment-large" alt="Museum Kloster Zayaiyn Khuree" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1962'><img width="474" height="471" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC07781-1024x1017.jpg" class="attachment-large" alt="Kloster Zayaiyn Khuree" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1997'><img width="474" height="498" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC07792-974x1024.jpg" class="attachment-large" alt="Felsmalereien" /></a>

<p>Auf dem lokalen Markt kann man ALLES kaufen, was ein Mongole so braucht: Ger + Zubehör, Motorräder, Tiere lebendig oder geschlachtet, traditionelle mongolische Kleidung und auch alles fürs Pferd. Ein neues Ger inkl. Ofen kostet so um die 1000 Euro. Schade, dass kein Platz im Rucksack ist <img src="http://s.w.org/images/core/emoji/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1965'><img width="474" height="315" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC07836-1024x680.jpg" class="attachment-large" alt="Ger Zubehör" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1964'><img width="474" height="315" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC07828-1024x680.jpg" class="attachment-large" alt="Öfen + Kochzubehör" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1963'><img width="474" height="315" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC07825-1024x680.jpg" class="attachment-large" alt="traditioneller mongolischer Holzsattel" /></a>

<p>Aller zwei Tage fährt der Linienbus weiter bis zum nächsten westlichen Fernziel Tariat. Gemeinsam mit Ana aus Slowenien quartiere ich mich in Tunga´s Guesthouse ein. Wir freuen uns über ein geheiztes Zimmer und staunen nicht schlecht, dass auf den Bergen rings herum noch etwas Schnee liegt. Ana möchte weiter zum Terkhiyn Tsagaan Nuur dem &#8222;Weißen See&#8220; laufen und ich buche einen dreitägigen Ausritt rund um den See. Der See liegt auf 2020 Meter Höhe und hat seinen Namen dadurch, weil seine Eisdecke meist bis Mitte Mai noch  geschlossen ist. Zusammen mit dem ältesten Sohn von Tunga (Towscoo, 17) und einem Packpferd geht der Ausritt los. Es weht ein scharfer eiskalter Wind und schnell sind meine Hände und Füße starr vor Kälte. Bei einem Zwischenstopp im Haus einer mongolischen Familie erwärme ich meine Gliedmaßen am Ofen. Mein Pferd kennt den Weg und bleibt an einem Pfahl stehen. Hier ist im <strong><em>Sommer </em></strong>das Ger Camp der Familie. An unserem Tagesziel bauen wir unsere Zelte auf, binden die Pferde fest, entfachen ein Feuer und kochen das Abendessen darauf. Am nächsten Morgen staune ich nicht schlecht, als ich aus dem Zelt schaue. In der Nacht vom 31. Mai zum 1. Juni hat es geschneit und es liegen rings herum 10 cm Neuschnee. So wird es wohl mit dem Weiterritt nichts werden! Wir packen zusammen und reiten im Schneesturm, der uns waagerecht um die Nase fegt, zurück.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1945'><img width="474" height="315" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC07880-1024x680.jpg" class="attachment-large" alt="1. Juni am Weißen See" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1946'><img width="474" height="218" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC07885-1024x472.jpg" class="attachment-large" alt="1. Juni am Weißen See" /></a>

<p>So bin ich also schneller als gedacht wieder im &#8222;geheizten&#8220; Quartier. Am nächsten Tag ist der Schnee weg und noch ein Ausritt zum Khorgo Vulkan bei schönem Wetter möglich. Das Reiten auf mongolischen Pferden macht mir Spaß, vorausgesetzt man hat einen komfortablen Ledersattel und keinen mongolischen aus Holz! Auf jedes meiner Bewegung am Zügel wird sofort reagiert und schon eine sanfte Berührung meiner Füße am Bauch startet den &#8222;Turbodiesel&#8220; und das Pferd sprintet los, was ich wieder mit dem Zügel zum Halten bringe. Mit der Zeit begreife ich wie Gaspedal und Bremse an meinem Fortbewegungsmittel funktionieren <img src="http://s.w.org/images/core/emoji/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> und kann so entspannter die grandiose Landschaft genießen. Die Familie hat eine Herde von über 40 Tieren. Die Pferde bekommen keine Namen. Sie dienen zum Reiten, zum Melken und als Nahrung.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1947'><img width="474" height="260" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC07941-1024x561.jpg" class="attachment-large" alt="Ausblick vom Vulkan zum Weißen See" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1948'><img width="474" height="661" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC07953-734x1024.jpg" class="attachment-large" alt="mongolisches Pferd" /></a>

<h4>Krümelmonster mit Disziplin</h4>
<p>Ich staune nicht schlecht, als ich vom Fenster aus Radfahrer auf das Guesthouse zukommen sehe. Die französische Familie Nico (39), Annekatrin (35), Noé (8) und Tom (6) möchte mit ihren Kindern durch die Mongolei, über Kasachstan, Kirgistan, China weiter nach Nepal radeln, wo sie 5 Monate in einem Hilfsprojekt mit arbeiten wollen. <a href="http://radicalaventure.over-blog.com">Blog der französischen Familie</a></p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1949'><img width="474" height="409" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC07842-1024x883.jpg" class="attachment-large" alt="französische Familie" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1950'><img width="474" height="430" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC07843-1024x929.jpg" class="attachment-large" alt="französische Familie" /></a>

<p>Sie haben ihre Kinder für ein Jahr aus der Schule genommen, den Arbeitsplatz gekündigt, ihr Haus untervermietet und einen Sponsor gefunden. Ein weiteres Vorhaben ist es, in jedem Land mit den Kindern in der Schule in Kontakt zu treten. So besuchen wir gemeinsam mit Tunga die Schule des Ortes, wo 120 Schüler zwischen 7 und 17 unterrichtet werden. Die Familie stellt anhand eines Globusballes ihr Projekt vor und Tunga übersetzt ins mongolische. Dann wird noch ein Becher Song einstudiert und das Treffen mit einem Gruppenfoto gewürdigt.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1953'><img width="474" height="350" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC07897-1024x757.jpg" class="attachment-large" alt="in der Schule in Tariat" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=2019'><img width="474" height="328" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC07901-1024x708.jpg" class="attachment-large" alt="wo ist Frankreich und wo ist die Mongolei?" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1954'><img width="474" height="299" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC07915-1024x646.jpg" class="attachment-large" alt="in der Schule in Tariat" /></a>

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<video class="wp-video-shortcode" id="video-1937-1" width="474" height="356" preload="metadata" controls="controls"><source type="video/mp4" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/MAH07909.mp4?_=1" /><a href="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/MAH07909.mp4">http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/MAH07909.mp4</a></video></div>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1956'><img width="474" height="351" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC07934-1024x758.jpg" class="attachment-large" alt="Gruppenfoto Schule Tariat" /></a>

<h4>Einmal gekühltes Bier mit heißem Hintern bitte</h4>
<p>Drei Mal wöchentlich fährt auch der Bus von Tariat wieder zurück nach Ulaanbaatar. So können Ana und ich direkt auf dem Hof von Tunga in den Bus einsteigen, weil der Fahrer ihr Schwager ist und der Bus direkt neben dem Ger geparkt wird. In der Hälfte der Strecke steige ich aus, suche mir ein Taxi und fahre weiter zur heißen Quelle von Tzenkher. In dieser Thermalquelle möchte ich badend ein gekühltes Bier genießen, bevor es dann am nächsten Tag 24 Kilometer zu Fuß wieder zurück durch das schöne Tal nach Tzenkher und noch einen Tag später mit dem Linienbus weiter nach Ulaanbaatar geht.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1957'><img width="474" height="295" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC07969-1024x637.jpg" class="attachment-large" alt="heiße Quelle von Tzenkher" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1978'><img width="474" height="375" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC07964-1024x810.jpg" class="attachment-large" alt="Thermalquelle Tzenkher" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1979'><img width="474" height="356" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/06/DSC07970-1024x770.jpg" class="attachment-large" alt="Wiesenblume" /></a>

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		<title>Nomadenstay auf mongolisch</title>
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		<pubDate>Mon, 25 May 2015 12:55:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[admin-heike]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte]]></category>
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		<description><![CDATA[Tuya bietet mir an, wenn ich mehr Zeit habe, könnte ich bei ihren Großeltern leben und mit arbeiten. Sie sind ihr Leben lang schon Nomaden, haben viele Tiere und leben nicht weit vom Ort entfernt. Ich fragte nach dem Preis und buchte bei ihr für sechs Tage Nomadenstay auf mongolisch. Der Großvater (Schuumei) ist 76, [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Tuya bietet mir an, wenn ich mehr Zeit habe, könnte ich bei ihren Großeltern leben und mit arbeiten. Sie sind ihr Leben lang schon Nomaden, haben viele Tiere und leben nicht weit vom Ort entfernt. Ich fragte nach dem Preis und buchte bei ihr für sechs Tage Nomadenstay auf mongolisch.</p>
<p>Der Großvater (Schuumei) ist 76, die Großmutter (Szunchaa) 74, sie haben 6 Jungs und 3 Mädchen in ihrem Ger groß gezogen und momentan über 100 Tiere zu versorgen! Ich durfte in ihrem Ger von 1970 wohnen. Sie sind noch im Winterquartier wo ihnen ihre Kinder ein Haus gebaut haben. Nächste Woche ziehen sie ins Sommerlager um. Jeden Tag kommt Besuch vorbei. Die Nachbarn, die Kinder und am Wochenende die Enkel mit Familie, Urenkeln und Freunden zum Helfen auf dem Hof. Wahrscheinlich werden auch die Enkel ihn mal übernehmen. Auch ich bekam jeden Tag Besuch „in meinem Ger“ und war überglücklich genügend eingekauft zu haben, um meine Gäste sobald sie über die Schwelle getreten sind, mit Tee, Kaffee und Süßigkeiten bewirten zu können. Auch sollte man niemals ohne Geschenke eine Nomadenfamilie besuchen. So habe ich den beiden Alten Tee, Süßes und eine Postkarte aus Dresden als Willkommensgruß überreicht.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1891'><img width="474" height="308" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/das-neue-Haus-1024x665.jpg" class="attachment-large" alt="das neue Haus mit moderner Einrichtung" /></a>


<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1915'><img width="474" height="789" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/täglicher-Besuch2-615x1024.jpg" class="attachment-large" alt="neugierige Besucher" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1914'><img width="474" height="402" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/täglicher-Besuch1-1024x869.jpg" class="attachment-large" alt="neugierige Besucher" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1917'><img width="474" height="294" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/täglicher-Besuch4-1024x636.jpg" class="attachment-large" alt="neugierige Besucher" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1916'><img width="474" height="762" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/täglicher-Besuch3-637x1024.jpg" class="attachment-large" alt="neugierige Besucher" /></a>

<p>Ein Ger oder auch Jurte genannt wird immer so aufgestellt, dass die Tür nach Süden zeigt. Aus dieser Richtung nähert man sich ihr auch, damit der Hausherr den Reisenden schon von Weitem sehen kann. Beim Betreten der Jurte sollte man es unbedingt! vermeiden auf die Schwelle zu treten, da die Schutzgeister dadurch aufgeschreckt werden und böse Dämonen das Innere der Jurte erreichen könnten. An der östlichen und der westlichen Seite stehen die beiden Betten. Direkt neben dem Eingang auf der Frauenseite liegt der Küchenteil, gegenüber ist der Platz für Sattel und Zaumzeug. In der Mitte gegenüber der Tür steht ein kleiner Hausaltar, rechts und links davon Truhen, davor steht ein kleiner Tisch und Stühle und in der Mitte der Ofen. Traditionell ist die Sitzordnung streng geregelt. Im Osten &#8211; unter dem Schutz der Sonne &#8211; sitzen die Frauen und auf der westlichen Seite &#8211; unter dem Schutz Tenggers, des Gottes des ewigen Himmels &#8211; die Männer. In meiner neuen Unterkunft heize ich den Ofen mit Dung an, schaffe die Asche weg, fülle den Eimer wieder mit getrocknetem Dung auf, fege es täglich durch und gehe sparsam mit jedem Tropfen Wasser um.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1908'><img width="474" height="414" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/mein-Haus-1024x894.jpg" class="attachment-large" alt="mein Ger mit Solarenergie" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1909'><img width="474" height="309" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/mein-Haus1-1024x667.jpg" class="attachment-large" alt="im Ger Ostseite" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1910'><img width="474" height="410" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/mein-Haus2-1024x886.jpg" class="attachment-large" alt="Küche im Ger" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1911'><img width="474" height="318" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/mein-Haus3-1024x688.jpg" class="attachment-large" alt="im Ger Mittelteil und Reitutensilien" /></a>

<p>Fünf Kälber stehen angebunden auf dem Hof. Sie werden am Tag mit Heu und Wasser versorgt. Die Mütter kommen von selber nach Hause zum Stillen. Kommt die Kuhherde auf den Hof, werden sie mit Getreidemehl und Küchenabfällen zugefüttert. Sind die Mütter fertig mit Stillen, treibe ich sie wieder auf die Weide. Sobald alle Tiere auf der Weide sind, erobern fünf vier Wochen alte Hundebabys den Hof. Ihr ein Jahr alter Bruder passt auf sie auf und spielt mit ihnen. Die Mutter beobachtet alles von ihrem Platz aus. Sie ist angekettet. Der Vater bewacht den Hof und liegt mir ständig zu Füßen, um Kuscheleinheiten einzufordern. Ein riesen großer „Schmusehund“ <img src="http://s.w.org/images/core/emoji/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1905'><img width="474" height="315" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/Kühe-1024x680.jpg" class="attachment-large" alt="Kuhmama beim Stillen" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1922'><img width="474" height="309" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/DSC07496-1024x667.jpg" class="attachment-large" alt="Hurle versorgt das Kälbchen mit Wasser" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1899'><img width="474" height="190" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/Hunde-1024x411.jpg" class="attachment-large" alt="Hofhunde und Nachwuchs" /></a>

<p>Zu den aller schönsten Aufgaben zählt abends die Herausgabe der Ziegenbabys aus dem Kindergarten. Die Mütter kommen auf den Hof, stehen vor dem Tor des Kindergartens an und warten geduldig auf die Herausgabe ihres Babys. Das ist ein Geschrei auf beiden Seiten und eine Wiedersehensfreude die ansteckt. Jede Ziege und das dazu passende Zicklein trägt eine Wiedererkennungsmarke um den Hals, damit auch ja das richtige Baby an die dazu gehörige Mutter verteilt wird. Wenn eins der Zicklein die falsche Mutter ansteuert, verjagt die Ziege das „fremde“ Kind mit ihren Hörnern. Sobald ich ein Zicklein auf dem Arm halte, fängt es auch schon an, an meinem Ohrläppchen zu saugen. Am ersten Abend nehme ich das Zicklein und möchte es zu seiner Mutter bringen. Dabei stolpere ich über die Leine vom Kalb. Das Zicklein entwischt mir, rennt schreiend seiner Mama entgegen und die Großmutter und Hurle (ein Sohn der ein paar Tage seinen Eltern hilft) schütten sich aus vor Lachen. Ein paar Tage später rennen mir manche Mütter hinter her, weil ich sehr nach Ziegenbaby rieche oder die Zicklein rennen mir hinter her, weil meine Sachen nach ihren Müttern vom täglichen Ausbürsten der Kaschmir Ziegen stinken. Mir persönlich gefallen die Kaschmir Ziegen immer besser: Sie sind sehr neugierig und lieb, sie beißen nicht, schlagen nicht mit den Hufen aus, eine gibt mir sogar „Pfötchen“ und streckt mir ihre linke Vorderhufe entgegen <img src="http://s.w.org/images/core/emoji/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> und sie sind lernfähig &#8211; man kann sie dressieren. Am Abend wenn die gesamte Herde von Schafen und Ziegen mit ihren Babys auf dem Hof sind und ein paar sich zu weit entfernen, ruft Hurle oder die Großmutter sie wieder zurück. Und ich staune nicht schlecht, dass sie darauf hören und wieder umdrehen. Sie sollen des nachts zusammen auf dem Hof bleiben. Die Hunde halten in der Dunkelheit die Herde zusammen. Am zweiten und vierten Abend kam jeweils ein neues Zicklein zur Welt. Viele der Ziegenbabys haben Schnupfen und verklebte Augen und werden mit Augentropfen versorgt. Manche bekommen einen Löffel Medizin oder werden mit der Flasche gefüttert.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1890'><img width="474" height="332" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/Arbeit-im-Kindergarten-1024x718.jpg" class="attachment-large" alt="Versorgung der Babys mit Medizin und Milch im Kindergarten" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1900'><img width="474" height="295" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/im-Kindergarten1-1024x638.jpg" class="attachment-large" alt="glücklich mit den Tieren" /></a>

<p>Am Morgen werden sie in den Viehstand getrieben und wir sammeln alle jungen Ziegen und Schafe wieder ein. Dabei stehen die Schafbabys meist von selbst vor der Kindergartenluke. Manche Ziegenmutti steht blökend vor dem Zaun vom Kindergarten. Wenn alle Babys eingesammelt sind, wird die Herde auf die Weide getrieben und wir reinigen den Viehstand vom Mist oder sammeln den Kuhdung vom Hof, der getrocknet und zum Heizen verwendet wird. Gern helfe ich der Großmutter mit, das Futter für die Tiere vorzubereiten oder im Küchenger zu kochen. Hauptnahrungsmittel ist Hammelfleisch. Wobei immer nur alte Tiere geschlachtet werden. Das Fleisch wird getrocknet, um es so haltbar zu machen, denn einen Kühlschrank, geschweige denn Kühltruhe gibt es überhaupt nicht. Sie hatten bis vor kurzem nicht einmal Strom. Erst seit einem Jahr &#8211; am neuen Haus &#8211; gibt es Sonnenkollektoren und somit Fernsehen und andere Begehrlichkeiten. Das Trockenfleisch wird abends vom Knochen geschabt, zerstanzt und in Wasser eingeweicht. Für die Mahlzeiten werden frischer Weißkohl, Kartoffeln, Möhren, Zwiebeln und Knoblauch klein geschnitten, in heißem Öl angebraten, mit Wasser aufgefüllt, das Fleisch und vorgekochter Reis oder selbst gemachte Nudeln hinzugegeben. Fertig ist die gehaltvolle Hammelfleisch-Gemüse-Nudel-Suppe. Aber ich helfe ihr auch bei der Zubereitung der traditionellen Buuds und Chuuschuur Teigtaschen. Gekocht wird auf dem Ofen. Dafür wird der Deckel abgenommen und ein großer Wok darauf gestellt. Gearbeitet wird im Knien auf dem Boden.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1904'><img width="474" height="326" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/im-Küchen-Ger-1024x705.jpg" class="attachment-large" alt="im Küchen Ger" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1898'><img width="474" height="315" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/Hilfe-in-der-Küche-1024x680.jpg" class="attachment-large" alt="Hilfe im Küchenger" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1912'><img width="474" height="345" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/tägliche-Mahlzeit-1024x746.jpg" class="attachment-large" alt="kochen im Wok" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1903'><img width="474" height="315" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/Chuuschuur-Teigtaschen-1024x680.jpg" class="attachment-large" alt="Chuuschuur Teigtaschen" /></a>

<p>Am Wochenende wird es voll im Ger und im Haus. Die Enkel mit ihren Familien und Urenkeln sowie deren Freunde kommen zum Helfen aufs Land. Den Kaschmir Ziegen wird jetzt im Frühjahr das feine und weiche Winterfell (Unterfell) heraus gekämmt. Für 1 Kilo Kaschmirwolle gibt es 50.000 MNT auf dem Markt. Ich bilde mit Hurle ein Team und wir kämmen zusammen täglich sieben Kaschmir Ziegen aus. Dafür wird die Ziege an den Hinterläufen und den Hörnern mit Strick angebunden. Mit grobzinkigen Kämmen wird die Unterwolle heraus gekämmt. Die Ziegen schreien wie am Spieß. Es muss ihnen ganz schön weh tun. Es ist ja auch kein Wunder wenn man sich über mehrere Monate nicht gekämmt hat <img src="http://s.w.org/images/core/emoji/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Auch haben sie oftmals riesen große Zecken im Fell und ich bin sehr erstaunt, solche Parasiten in der Wüste Gobi anzutreffen.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1892'><img width="474" height="541" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/die-Ziege-ist-angerichtet-898x1024.jpg" class="attachment-large" alt="die Ziege ist &quot;angerichtet&quot; und kann gekämmt werden" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1893'><img width="474" height="287" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/die-Ziege-wird-gekämmt-1024x619.jpg" class="attachment-large" alt="Hurle und ich beim Kämmen der Ziege" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1894'><img width="474" height="268" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/die-Ziege-wird-gekämmt1-1024x579.jpg" class="attachment-large" alt="alle helfen beim Auskämmen der Ziegen" /></a>

<p>Nach getaner Arbeit wird die Verwandtschaft mit Frischfleisch entlohnt. Es werden zwei alte Hammel geschlachtet. Im Sommer kommen die Enkelkinder über mehrere Monate zum Helfen. Von Juni bis Ende August sind Schulferien in der Mongolei. Dem Großvater seine Aufgabe ist es u.a. mit dem Motorrad aller drei Tage Wasser in Kanistern zu holen, täglich nach dem Vieh zu schauen und die Pferde auf den Hof zu treiben, wo sie mit Mineralien versorgt werden. Am Sonntag Nachmittag laufen Hurle und ich zum nächsten Owoo, umrunden diesen drei Mal und legen Geschenke auf den Haufen, um die Götter gut zu stimmen. Owoo oder auch Obo ist ein tibetischer Steinhaufen, der zu lamaistischen kultischen Zwecken zusammengetragen und mit bunten Tuchstreifen in der Mitte verziert wird.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1896'><img width="474" height="429" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/Großvater-bei-der-Arbeit-1024x927.jpg" class="attachment-large" alt="Großvater bei der Arbeit" /></a>

<p>Die Großmutter hat Arthrose in den Knien von der schweren körperlichen Arbeit, die alle kniend auf dem Fußboden erledigt werden. Ich verwöhne sie täglich mit meiner Creme und Massage und zeige ihr eine Entspannungshaltung im Liegen. Dafür kocht sie mir frische Ziegenmilch mit Rosinen, Honig und Butter zum Trinken. Sie soll meinen Husten und Schnupfen lindern, der mich hier in der Wüste Gobi erwischt hat. Ihr überlasse ich meine Elefantenkette aus Kokosnuss, weil sie ihr so gut gefällt und dem Großvater mein Fernglas, damit er bei seiner täglichen Arbeit alles im Blick hat. Am letzten Tag zeigen sie mir stolz ihre traditionelle Kleidung und lassen sich gerne im mongolischen Mantel dem &#8222;Deel&#8220; ablichten. Er wird seit mehreren Jahrhunderten über der Kleidung getragen, besitzt in der Regel keine Taschen und ist meist aus Baumwolle, Filz oder Seide gefertigt. Geknöpft wird der Deel am Kragen auf der rechten Seite und ist mit einer Stoff- oder Lederschärpe, dem Bus, zusammen gewickelt. Am Bus können Werkzeuge und andere Dinge des täglichen Bedarfs befestigt werden. Die Schärpe kann bei Männern bis zu sieben Meter lang sein und wird im Uhrzeigersinn um die Hüfte gewickelt. Frauen tragen eine etwa drei Meter lange Schärpe um die Taille.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1895'><img width="474" height="761" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/Großmutter-im-Deel-638x1024.jpg" class="attachment-large" alt="Großmutter im Deel" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1897'><img width="474" height="937" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/Großvater-im-Deel-518x1024.jpg" class="attachment-large" alt="Großvater im Deel" /></a>

<p>Eine wunder schöne, aber körperlich sehr anstrengende Zeit geht zu Ende. Die beiden Alten sind mir richtig ans Herz gewachsen. Sie werden bis ans Lebensende so weiter leben. Für mich wird es Zeit weiter zu ziehen. Bei der Verabschiedung bekomme ich ein Paar Schafwollsocken und ein seidenes Kopftuch sowie viele Süßigkeiten geschenkt.</p>
<p>Irgendwo im Nirgendwo war ich dreckig wie noch nie, aber froh.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1906'><img width="474" height="403" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/Kuschelhund-1024x871.jpg" class="attachment-large" alt="wenn du nicht zu mir runter kommst, komme ich zu dir hoch" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1907'><img width="474" height="619" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/Kuschelhund1-784x1024.jpg" class="attachment-large" alt="Hof- und Schmusehund" /></a>

<p>&nbsp;</p>
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		<title>Irgendwo im Nirgendwo</title>
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		<pubDate>Sat, 23 May 2015 23:25:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[admin-heike]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte]]></category>
		<category><![CDATA[Fotos]]></category>

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		<description><![CDATA[Wüste Gobi: den Naturkräften ungeschützt ausgeliefert Während der 10 Stunden Busfahrt von Ulaanbaatar nach Dalanzadgad waren wir den Naturkräften ungeschützt ausgeliefert. Bei abwechselnd Schnee- und Sandsturm musste der Busfahrer oftmals anhalten, weil er nichts mehr sah. Rings herum gab es nur eine Menschen feindliche Gegend mit unendlichem Weitblick voller Nichts. Plötzlich waren wir da. Der [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h4>Wüste Gobi: den Naturkräften ungeschützt ausgeliefert</h4>
<p>Während der 10 Stunden Busfahrt von Ulaanbaatar nach Dalanzadgad waren wir den Naturkräften ungeschützt ausgeliefert. Bei abwechselnd Schnee- und Sandsturm musste der Busfahrer oftmals anhalten, weil er nichts mehr sah. Rings herum gab es nur eine Menschen feindliche Gegend mit unendlichem Weitblick voller Nichts. Plötzlich waren wir da. Der Himmel dunkel und Sandsturm geschwängert, spuckte uns der Bus irgendwo im Nirgendwo mit Gepäck aus.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1846'><img width="474" height="224" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/Wüste-Gobi-1024x484.jpg" class="attachment-large" alt="Wüste Gobi mit seinen Bewohnern und Sandsturm geschwängerter Luft" /></a>

<p>Ich hatte großes Glück, dass ich Lucy und Alex aus der Schweiz im Bus begegnet bin. Sie hatten schon eine Adresse von „Gobisunrisetours“ in der Tasche die individuelle Rundreisen zusammenstellt und nichts dagegen, dass ich mich ihnen anschließe. Tuya ist Englischlehrerin im Ort und hat dieses Unternehmen zusammen mit ihrem Mann Nasaa gegründet. Er ist der Fahrer, spricht ein bisschen englisch, wird uns zu den gewünschten Orten fahren und sorgt auch für das leibliche Wohl unterwegs. Wir werden von ihr von der Bushaltestelle abgeholt und fahren in ihr Büro, wo sie auch bei Bedarf privat unterrichtet. Ihre beiden Kinder Dulguun (12) und Dolgion (5) warten schon auf uns. Für mich war es die erste Nacht in einem Ger.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1849'><img width="474" height="315" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/DSC07289-1024x680.jpg" class="attachment-large" alt="Tuya (33 Jahre)" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1848'><img width="474" height="761" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/DSC07287-638x1024.jpg" class="attachment-large" alt="Nasaa (33 Jahre)" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1847'><img width="474" height="409" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/DSC07286-1024x883.jpg" class="attachment-large" alt="Dulguun (12 Jahre)" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1850'><img width="474" height="354" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/DSC07291-1024x764.jpg" class="attachment-large" alt="Dolgion (5 Jahre)" /></a>

<p>Mit einer Bevölkerungsdichte von 1,87 Einwohner/qkm und davon leben ca. 60 % der Gesamtbevölkerung in Städten, ist es nicht gerade einfach und billig in der Mongolei zu reisen. Um sich etwas anzusehen, benötigt man immer die Hilfe der Einheimischen. Für diese Dienstleistung zahlt man etwa 50 &#8211; 120 Euro pro Person und Tag. In der Gruppe kann man sich zumindest Kosten für Fahrer und Sprit teilen und so das Budget schmal halten. Wir buchten eine viertägige Rundreise: Yolyn-Am-Schlucht: Geierschlucht, Khongoryn Els: Singende Düne mit Kamelausritt, Bayanzag: Dinosaurier Friedhof / Rote Klippen, Besichtigung von Felsmalereien der Bronzezeit. In der Yolyn-Am-Schlucht auch Ice Valley oder Geierschlucht genannt erwarteten uns Schneesturm und Knie hoher Schnee. Wir bestaunten das Eis in der engen Klamm und konnten auf dem Rückweg sogar zwei Geier am Himmel entdecken. In den Felsen haben Lämmer- und Mönchsgeier ihr Quartier.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1826'><img width="474" height="214" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/DSC07323-1024x463.jpg" class="attachment-large" alt="Wüste Gobi mit Schnee" /></a>


<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1824'><img width="474" height="539" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/DSC07308-900x1024.jpg" class="attachment-large" alt="Yolyn Am - Ice Valley" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1825'><img width="474" height="324" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/DSC07318-1024x700.jpg" class="attachment-large" alt="eine Art mongolische Wüstenrennmaus nur größer" /></a>


<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1823'><img width="474" height="256" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/DSC07303-1024x554.jpg" class="attachment-large" alt="Schnee u. Yaks in der Wüste Gobi" /></a>

<p>Der Sturm begleitet uns den ganzen Tag und wechselte von Schnee- in Sandsturm über. Bei dringenden Bedürfnissen ist es nun mehr als wichtig, die Windrichtung zu beachten <img src="http://s.w.org/images/core/emoji/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Klohäuser in der Wüste müssen sehr fest verankert werden. Die Luft ist voller Sand und sehr trocken. In der Ferne sehen wir weiße Felder. Das sind ausgetrocknete Salzseen. Und plötzlich taucht sie auf, die 180 Kilometer lange Wanderdüne: Khongoryn Els mit ihrem poetischen Namen „Duut Mankhan“ was Singende Düne bedeutet. Für zwei Nächte quartieren wir uns bei Nomaden ein. Am Abend erklimmen wir die mehrere hundert Meter hohe Düne und ergötzen uns am Sonnenuntergang. Hinab geht es springender Weise mit großen Schritten. Und da hörten wir das Singen der Düne. Es entsteht durch das Abrutschen des Sandes, wenn die Sandkörner aufeinander reiben.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1827'><img width="474" height="230" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/DSC07329-1024x497.jpg" class="attachment-large" alt="Wüste Gobi: gesichertes Klohäuschen" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1858'><img width="474" height="239" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/trockene-Salzseen-1024x517.jpg" class="attachment-large" alt="ausgetrocknete Salzseen" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1828'><img width="474" height="210" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/DSC07339-1024x454.jpg" class="attachment-large" alt="Singende Düne: Khongoryn Els" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1829'><img width="474" height="274" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/DSC07351-1024x593.jpg" class="attachment-large" alt="auf der Singenden Düne: Khongoryn Els" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1859'><img width="474" height="315" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/Sonnenuntergang-1024x681.jpg" class="attachment-large" alt="Sonnenuntergang in der Wüste" /></a>

<p>Am nächsten Tag stehen die Kamele bereit für einen Ausflug. Auf dem Rücken der Tiere liegt dafür eine Decke. Bis zum Mittagessen reiten wir in der Düne. Danach verzichten wir unseres Hinters wegen auf einen weiteren Ausritt.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1831'><img width="474" height="298" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/DSC07389-1024x643.jpg" class="attachment-large" alt="Wüstenausritt auf dem Kamel" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1830'><img width="474" height="315" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/DSC07370-1024x680.jpg" class="attachment-large" alt="Wüstenkamel" /></a>

<p>Am Wochenende kommen viele Städter ins Ger Camp zum Erholen. Zur Verabschiedung eines besonderen Gastes wird eine Ziege nach traditioneller Art geschlachtet und zubereitet. Das Schlachten ist Männersache. Das Tier wird an der Brust aufgeschnitten und der Schlächter greift mit seiner Hand ins Innere und reißt die Aorta vom Herzen ab. Das Tier ist sehr schnell Tod. Die Zerlegung in alle Einzelteile erfolgt ebenfalls im Handumdrehen. Die Frauen reinigen den Darm und füllen diesen mit dem Blut. Gekocht ist das dann Blutwurst. Das restliche Blut ergibt eine Brühe. Das Fleisch wird zusammen mit glühenden Steinen in eine metallene große Milchkanne gefüllt, sehr fest verschlossen und auf die Glut des Feuers gestellt. Nach ungefähr 1,5 Stunden ist es gar und kann gegessen werden. Mit den heißen Steinen kann man sich gut die Hände wärmen. Jeder Gast bekommt einen großen Teller gefüllt mit Fleisch, Blutwurst und Innereien. Die Innereien werden auch sehr gerne im mongolischen Milchtee gegessen. Dieser besteht aus heißer Ziegenmilch, Wasser und Schwarztee. Der Kopf und der Schwanz des Tieres werden erst am nächsten Tag mit abgeschabten Fell ausgekocht. Die Augen gelten hier als besondere Delikatesse und ist dem Hausherrn oder einem besondern Gast vorbehalten. Außer den Hufen und dem Schädel wird alles vom Tier verwendet. Die Mongolei ist kein Land zum Abnehmen oder gar für Vegetarier. Hier ist die Nahrungsgrundlage vor allem viel Fleisch, viel Fett, viel Öl und viel Süßes <img src="http://www.heikenicklisch.de/wp-includes/images/smilies/frownie.png" alt=":-(" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Alle Lebensmittel außer Fleisch, Käse und Milch werden importiert, da in dieser rauen Landschaft nichts wächst.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1866'><img width="474" height="329" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/Ziege-Schlachtung-1024x711.jpg" class="attachment-large" alt="traditionelle Schlachtung eines Tieres in der Mongolei" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1865'><img width="474" height="388" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/Magen-1024x839.jpg" class="attachment-large" alt="der Magen der Ziege voller Grünzeug" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1867'><img width="474" height="315" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/DSC07411-1024x680.jpg" class="attachment-large" alt="auffangen des Blutes" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1863'><img width="474" height="289" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/heiße-Steine-1024x624.jpg" class="attachment-large" alt="heiße Steine zum Hände wärmen" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1864'><img width="474" height="369" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/Kopf-Schwanz-1024x797.jpg" class="attachment-large" alt="auskochen von Kopf und Schwanz" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1870'><img width="474" height="345" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/DSC07534-1024x745.jpg" class="attachment-large" alt="übrig gebliebenen Teile eines Tieres" /></a>

<p>Wir reisen weiter nach Bayanzag zu den Roten Klippen und Dinosaurier Friedhof. Hier entdeckte der amerikanische Paläontologe Roy Chapman Andrews 1922 die Überreste von nahezu 100 Sauriern und stieß auf die spektakulären Gelege der Urweltechsen, vollständige Eiernester und Sauriereierschalenreste aus der Kreidezeit: Fossilien, die 65 bis 100 Mio. Jahre in der Erde gelagert hatten. Als wir unser Nachtlager erreichen, war bis zur Abendzeit nur ein Aufenthalt im Ger möglich. Sobald man heraus trat erhielt man an ungeschützten Körperstellen ein Sandpeeling vom Sturm. Die Sand geschwängerte Luft verschluckte die Abendsonne, so dass wir erst frühmorgens das brennen der Felsen (daher auch der Name Rote Klippen) ablichten konnten. Bayanzag ist auch wegen seiner umfangreichen Sauxalbestände bekannt. Der Sauxalbaum ist ein sehr langsam wachsender Baum mit extrem hartem Holz und optimal angepasst an das Klima der Gobi und hat einen sehr hohen Brennwert. Zum Vergleich haben 100 kg Sauxalholz den gleichen Wärmewert wie 80 kg Steinkohle.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1874'><img width="474" height="315" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/Abendsonne-vom-sand-verschluckt-1024x680.jpg" class="attachment-large" alt="Abendsonne vom Sand verschluckt" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1833'><img width="474" height="343" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/DSC07447-1024x740.jpg" class="attachment-large" alt="Wüste Gobi: Krötenkopfagame" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1868'><img width="474" height="714" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/DSC07450-680x1024.jpg" class="attachment-large" alt="Sauxalbaum" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1835'><img width="474" height="270" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/DSC07461-1024x583.jpg" class="attachment-large" alt="brennende Klippen" /></a>

<p>Auf dem Rückweg spielten die Gazellen Wettrennen mit unserem Geländewagen von Toyota. Unterwegs besichtigten wir noch Malereien aus der Bronzezeit. Nach der langen Tour ziehen wir ins Hotel zum Duschen und Erholen, gehen noch gemeinsam ins Restaurant zum Abendessen, dann ging die Reise für jeden von uns einen anderen Weg.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1877'><img width="474" height="251" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/DSC07473-1024x543.jpg" class="attachment-large" alt="Malereien aus der Bronzezeit" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1834'><img width="474" height="171" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/DSC07451-1024x369.jpg" class="attachment-large" alt="Wüste Gobi: Sonnenaufgang" /></a>

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		<title>Mongolei: wildes weites Land voller Farben froher Klänge</title>
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		<pubDate>Sat, 23 May 2015 12:37:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[admin-heike]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte]]></category>
		<category><![CDATA[Fotos]]></category>

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		<description><![CDATA[In 24 Stunden ist man von Ulan Ude (Russland) mit dem Zug in der Hauptstadt der Mongolei in Ulaanbaatar (UB). Wobei dieser davon mindestens 10 Stunden an der Grenze und auf der Strecke herum steht. Der Zeitunterschied nach Hause beträgt jetzt 7 Stunden. Ich stelle meine Uhren auf mongolische Zeitzone. Am Bahnhof erwartet mich der [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In 24 Stunden ist man von Ulan Ude (Russland) mit dem Zug in der Hauptstadt der Mongolei in Ulaanbaatar (UB). Wobei dieser davon mindestens 10 Stunden an der Grenze und auf der Strecke herum steht. Der Zeitunterschied nach Hause beträgt jetzt 7 Stunden. Ich stelle meine Uhren auf mongolische Zeitzone. Am Bahnhof erwartet mich der Fahrer vom „UB Guesthouse&#8220;, wo ich mich für zwei Nächte einquartiert habe. Das Bett im Sechsbettzimmer für eine Nacht inklusive ein kleines Frühstück mit Toastbrot, Butter und Marmelade sowie Kaffe und Tee kostet 8 US $ das entspricht 15.920 Mongolische Tugrik (MNT). Für 1 € bekomme ich 2.172 MNT.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1837'><img width="474" height="242" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/Mongolia-Flagge-1024x522.jpg" class="attachment-large" alt="Mongolische Flagge gefilzt" /></a>

<p>Zwei Tage benötige ich um einiges zu organisieren. Zuerst möchte ich mein Touristenvisum um 14 Tage verlängern. Wir Europäer können uns 30 Tage kostenfrei in der Mongolei aufhalten. Wird die Zeit überschritten, braucht man eine Genehmigung. Die bekommt man bei der Immigrationsstelle in der Nähe vom Flughafen. Man muss dafür einen Brief in englisch schreiben und begründen, warum man eine Verlängerung haben will, dazu gibt man eine Kopie vom Reisepass + der Seite vom Einreisestempel, ein Passfoto, ein Formular ab und bezahlt 2 US $ pro Tag Verlängerung an der Kasse. Die Ausstellung erfolgt normal innerhalb von 24 Stunden. Hat man keine Zeit, zahlt man das Doppelte und kann darauf gleich warten. UB ist groß und der Verkehr noch größer. Ich benötige Stunden um von A nach B zu kommen. Ich besorge mir ein Busticket für die Weiterreise mit dem Linienbus in die Wüste Gobi. Der Abfahrtsort ist jedoch genau auf der anderen Seite der Stadt. So fahre ich noch dort hin, damit ich weiß wo er ist und welcher Bus dort hin fährt. Die Rückfahrkarte nach Russland muss ich in Auftrag geben. Der Service, dies für mich zu erledigen, während ich reise, wird vom Guesthouse für 10 US $ angeboten. Die Zugticketpreise von der Mongolei ins Ausland sind enorm günstig! Ich besuche noch die Touristeninformation und bekomme Tipps, was wie, wo und wann zu sehen ist. Suche verzweifelt einen überall angepriesenen „Map Shop“, den ich dann am zweiten Tag nach mehreren vergeblichen Anläufen endlich gefunden habe. Kaufe Karten von den Gegenden wo ich hin fahren möchte. Gehe noch zum Markt und kaufe Lebensmittel ein für die lange Fahrt. Am Abend stimme ich mich auf das wilde weite Land voller Farben froher Klänge bei einer mongolische Folklore Veranstaltung ein. Ich bin überwältigt von der mongolischen Kultur mit ihren schicken Kostümen, Kehlkopfgesang Liedern, der Akrobatik und den beeindruckenden Maskentänzen. Jetzt kann es los gehen &#8211; Mongolei ich komme!</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1838'><img width="400" height="267" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/Trachtentanz-Mongolei.jpg" class="attachment-full" alt="Trachtentanz Mongolei" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1840'><img width="460" height="565" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/Maskentanz.jpg" class="attachment-full" alt="Tsam-Maskentanz" /></a>

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		<title>Aller Anfang ist schwer &#8230;</title>
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		<pubDate>Sun, 03 May 2015 05:55:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[admin-heike]]></dc:creator>
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		<category><![CDATA[Fotos]]></category>

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		<description><![CDATA[Meine Nachbarin Annegret erzählte mir von einem Film von ARTE über das Fasten. Darin geht es um eine Langzeitstudie der Russen, die einzigartig ist auf der Welt. Auch das es ein Sanatorium am Ostufer des Baikalsees gibt, die diese Methode des &#8222;Gesundwerdens&#8220; seit Jahrzehnten praktiziert. Dieser Film hat mich sehr beeindruckt und ist lohnenswert, sich [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Meine Nachbarin Annegret erzählte mir von einem Film von ARTE über das Fasten. Darin geht es um eine Langzeitstudie der Russen, die einzigartig ist auf der Welt. Auch das es ein Sanatorium am Ostufer des Baikalsees gibt, die diese Methode des &#8222;Gesundwerdens&#8220; seit Jahrzehnten praktiziert. Dieser Film hat mich sehr beeindruckt und ist lohnenswert, sich einmal anzusehen:</p>
<p><iframe width="474" height="356" src="https://www.youtube.com/embed/nPU65RormlY?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Und so dachte ich, wenn ich schon mal in der Gegend bin, möchte ich den Jungbrunnen der Gesundheit im Sanatorium in Goryachinsk selbst erleben. Außerdem habe ich es satt weiter mit diesem &#8222;Hüftgold&#8220; herum zu rennen und so viel zu wiegen wie kurz vor der Geburt von Steffi. Mein Trekkingrucksack ist schwer genug und die über 20 Kilo „Übergewicht“ reichen mir, wenn ich sie ab und zu mal auf- und wieder absetzen kann!</p>
<div id="attachment_1794" style="width: 484px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/04/DSC02790-Arbeitskopie-2.jpg"><img class="wp-image-1794 size-large" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/04/DSC02790-Arbeitskopie-2-474x1024.jpg" alt="vorne und hinten zu viel Ballast" width="474" height="1024" /></a><p class="wp-caption-text">vorne und hinten zu viel Ballast &#8211; im Nationalpark Stolby 2014</p></div>
<p>Im Hostel &#8222;Baikaler&#8220; in Irkutsk hilft mir Zhenja dabei telefonisch heraus zu finden, was ich alles benötige, um im Sanatorium aufgenommen zu werden. Ein privates Labor ist schnell gefunden. Dima begleitet mich als Dolmetscher. Einen Tag später habe ich alle Werte der biochemischen und normalen Blutuntersuchung, Urin, EKG und Ultraschall der Organe in der Tasche. Mit der Einweisung und entsprechenden Diagnose meldet Zhenja mich in Goryachinsk an. Die Ärztin vom Sanatorium fragt, wie die Verständigung vonstattengehen soll. Ich gebe Zhenja und Dima an, die ich mit einer russischen Simkarte anrufen kann. Sie ist einverstanden. Ich darf kommen <img src="http://s.w.org/images/core/emoji/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> <a href="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/04/DSC07228.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-1782" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/04/DSC07228-762x1024.jpg" alt="DSC07228" width="474" height="637" /></a></p>
<p>Goryachinsk ist bekannt für seine 54 Grad heissen Quellen. Das Sanatorium wurde 1810 gegründet und bietet seit Jahrzehnten das Heilfasten als Therapie für die verschiedensten Erkrankungen an. Es ist wie eine Zeitreise. Man muss ihn schon mögen diesen russischen Nostalgie Charme, ansonsten fühlt man sich hier nicht wohl. Aber die Mitarbeiterinnen geben sich sehr große Mühe und gehen gern auf Extrawünsche ein. Es werden ganz verschiedene Behandlungsmethoden angeboten. Ich wähle das Standardprogramm wie tägliche Arztgespräche und Einläufe, Biochemische, normale Blut- u. Urinuntersuchung, tägl. Sauna u. Massage und Nutzung der Fitneßgeräte. Inklusive Übernachtung und 7 Tage Schonkost habe ich für die 16 Tage Kur nach dem derzeitigen Kurs rund 500 EUR bezahlt. Das sind gegenüber den Einheimischen rund 8 % mehr, die man als Ausländer zahlt. Man kann aber auch einzelne Pakete dazu oder abwählen. Spezialbehandlungen bezahlt man extra. Im Ort haben sich ebenso ein neues tibetisches Heilzentrum etabliert und einige Heilmediziner nieder gelassen. Die man ebenfalls konsultieren kann.</p>
<h4>&#8230; durchzuhalten um so mehr</h4>
<p>Es ist nicht leicht zu fasten, keineswegs!<br />
Ich würde niemanden raten einen Selbsttest im Alleingang zu probieren. Ausgenommen man hat reichlich Erfahrung und kann mit den Veränderungen im Körper umgehen und weiß dann auch noch bei Problemen was zu tun ist. Zu viel passiert bei diesem Umstellungsvorgang. Von großen Vorteil ist es, eine Ärztin in der Nähe zu wissen, die man 24 Stunden erreichen kann, wo man sich auch noch sehr gut aufgehoben fühlt. Sie strahlt Ruhe, Kompetenz, Erfahrung und eine gewisse Altersweisheit aus. Sie ist eine Burjatin und hat wohl schon viele Dienstjahre hinter sich.</p>
<div id="attachment_1790" style="width: 484px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/04/DSC07234.jpg"><img class="size-large wp-image-1790" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/04/DSC07234-1024x537.jpg" alt="Darstellung der Behandlungsmethoden" width="474" height="249" /></a><p class="wp-caption-text">Darstellung der Behandlungsmethoden</p></div>
<p>Ich wohne mit Olga im Zimmer. Sie ist 38, kommt aus Irkutsk, arbeitet bei der größten Bank Russlands, ist verheiratet und hat einen 18 jährigen Sohn. Leider kann sie kein englisch. So &#8222;unterhalten&#8220; wir uns über google translat. Wir tauschen unsere Befindlichkeiten aus und sie hilft mir dabei mich im Sanatorium zurecht zu finden oder Termine für Behandlungen zu reservieren. Abgesehen von zwei Algeriern, die mit einer Dolmetscherin hier sind, bin ich die einzige Ausländerin. Ich bin sehr froh nicht alleine zu sein. Wir beide haben die gleichen Interessen wie Yoga, lesen (kein fernsehen!), spazieren gehen und meditieren. Als sie abfährt, liegen wir uns mit Tränen in den Augen in den Armen. Bei der kleinen Masseurin mit ihren kräftig zupackenden Händen bedanke ich mich mit Tee, Konfekt und einer Ansichtskarte von Dresden für ihre tolle Arbeit. Sie ist schier außer sich vor Freude und kriegt sich fast nicht wieder ein. Hier scheint eine Schachtel Pralinen noch etwas zu bewirken <img src="http://s.w.org/images/core/emoji/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>
<p>Wer möchte kann sich auch anderweitig die Zeit vertreiben. Im Gelände befindet sich ein Spielplatz, ein Park mit heißer Quelle und ein Klub mit Bibliothek, ein kleines von Schülern liebevoll gestaltetes Heimatmuseum, Tischtennisplatten und ein Billardtisch sowie ein Kulturraum wo Veranstaltungen wie Tanzabende oder Folkloreabende statt finden. In die nähere Umgebung werden Ausflüge angeboten.</p>
<h4>aber zum Schluss geht es viel leichter weiter!</h4>
<p>Die Zeit des Fastenbrechens beginnt. Sanft weckt man die Organe am ersten Tag mit 600 ml Brei auf sechs Mahlzeiten verteilt aus ihrem Urlaub. Ganz allmählich steigert man täglich die Essensmenge und damit auch die Kalorien. Dabei isst man hauptsächlich dünne Gemüsesuppe, Buchweizen- oder Haferschleim, gekochtes Gemüse, Back- oder Trockenobst um die Darmtätigkeit anzuregen und trinkt ausschließlich Tee oder Wasser. Jeder Bissen wird dabei 33 Mal gekaut, auch die Suppe! Salz, Zucker, Kaffee, fettige Speisen oder gar Fleisch sind in der ersten Zeit tabu. Mindestens die Hälfte Zeit die man gefastet hat, sollte man danach Diät halten, sonst läuft der Körper Amok!</p>
<div id="attachment_1813" style="width: 484px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/Mahlzeit.jpg"><img class="size-large wp-image-1813" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/Mahlzeit-1024x861.jpg" alt="100 g Gemüse, Obstsalat zum Abendessen" width="474" height="399" /></a><p class="wp-caption-text">100 g Gemüse, Obstsalat zum Abendessen</p></div>
<p>Im Speisesaal lerne ich Tamara näher kennen. Sie ist zum dritten Mal hier. Muss fasten oder Diät einhalten, weil sie an Arthrose erkrankt und dadurch schmerzfrei ist. Sie ist 55 Jahre alt, Seismologin im Tzunami Center für hydrometrologischen Service und kommt von der Insel Sachalin. Sie freut sich sehr, sich mit mir in englisch unterhalten zu können. Sie reist nur in ihrem eigenen Land und möchte daher bei unseren gemeinsamen Spaziergängen am liebsten alles von mir wissen.</p>
<div id="attachment_1811" style="width: 484px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/mit-Tamara-und-Potr.jpg"><img class="size-large wp-image-1811" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/05/mit-Tamara-und-Potr-642x1024.jpg" alt="mit Tamara und Pótr" width="474" height="756" /></a><p class="wp-caption-text">mit Tamara und Pótr</p></div>
<p>Jetzt packe ich jedoch meine „sieben“ Sachen und ziehe weiter. Zurück mit dem Bus nach Ulan Ude und nächste Woche ins Abenteuer:   Mongolei. Dort möchte ich mir ein paar Highlights ansehen und wenn möglich in das Nomenleben eintauchen. Wie ich eine „fettarme“ Ernährung beibehalten kann, in dieser gemüsefreien Zone, weiß ich noch nicht. Hier ist Hammelfleisch das Grundnahrungsmittel und die Eckpfeiler der Diät sind vor allem Fett.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1796'><img width="474" height="858" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/04/DSC07271-566x1024.jpg" class="attachment-large" alt="nach dem Fasten" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1795'><img width="474" height="691" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/04/DSC07270-702x1024.jpg" class="attachment-large" alt="nach dem Fasten" /></a>

<p><strong><span style="color: #0000ff;">Eins weiß ich jedoch mit Sicherheit: Mit weniger Gewicht weiter zu ziehen, ist das schönste Geschenk, was ich mir in diesem Jahr selbst machen konnte <img src="http://s.w.org/images/core/emoji/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></span></strong></p>
<p>Anmerkung: Hallo Annegret, ich muss dich leider enttäuschen. Die schicken &#8222;Häubchen&#8220; haben die Schwestern nur für den Film auf.</p>
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		<title>Frühlingserwachen in Sibirien</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Apr 2015 00:36:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[admin-heike]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte]]></category>
		<category><![CDATA[Fotos]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Bär ist los Nach unserer schönen &#8222;Eingehtour&#8220; buche ich den Guide Dima für eine Bergwanderung ins Khamar Daban Gebirge. Mit dem Auto fahren wir von Irkutsk nach Sludyanka und stellen es an der Bergrettungsstation ab. Wir füllen unsere Rucksäcke mit Proviant für die nächsten drei Tage und auf geht´s in die Berge. Immer am [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h4>Der Bär ist los</h4>
<p>Nach unserer schönen &#8222;Eingehtour&#8220; buche ich den Guide Dima für eine Bergwanderung ins Khamar Daban Gebirge. Mit dem Auto fahren wir von Irkutsk nach Sludyanka und stellen es an der Bergrettungsstation ab. Wir füllen unsere Rucksäcke mit Proviant für die nächsten drei Tage und auf geht´s in die Berge. Immer am Fluss Sludyanka entlang, den wir insgesamt elf Mal überqueren müssen, gehen wir 20 Kilometer weit und steigen dabei 800 Meter in die Höhe. Gleich auf den ersten Kilometern entdecken wir erste Bärenspuren im Schnee. Ich stelle meinen Fuß daneben. Dima meint es sei noch ein kleiner Bär. Letztes Jahr wurde eine Bärin in den Bergen erschossen, weil sie zu nah an die Hütten kam. Der Bär ist also schon aufgewacht <img src="http://s.w.org/images/core/emoji/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Nach sechs Stunden erreichen wir unser Tagesziel: die Meteostantsiya. Wir beziehen eine einfache Hütte mit Ofen (Bullerjan), Nachtlager und kleiner Küche, schmelzen Schnee, um mit dem Wasser das Abendessen zu kochen. Gemütlich geht ein anstrengender aber schöner Tag zu Ende.</p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1695'><img width="150" height="150" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/04/DSC070881-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="&quot;kleine&quot; Bärenspur im Schnee" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1701'><img width="150" height="150" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/04/DSC07158-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Meteostantsiya" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1696'><img width="150" height="150" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/04/DSC070931-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Hütte zum Übernachten" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1717'><img width="150" height="150" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/04/DSC07092-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Schlafraum mit Bullerjan" /></a>

<h4>Entlang der alten Poststraße</h4>
<p>&#8222;Morgenstund hat Gold im Mund&#8220; &#8230; Eigentlich kann mich der frühe Vogel mal, aber Dima drängelt zum Aufstehen. Zu schön ist das Wetter, als dieses in den Bergen zu verschlafen! Gleich nach dem Frühstück und der Morgentoilette soll es hinauf in die Berge gehen. Fast 900 Höhenmeter sind dafür zu bezwingen. Die Aussicht ist grandios. Die Berge rings herum sind ein Eldorado für Skitourengeher. Leider habe ich solche Ausrüstung nicht dabei. Aber ich könnte mir vorstellen, nicht das letzte Mal hier zu sein.</p>
<div id="attachment_1698" style="width: 484px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/04/DSC07120.jpg"><img class="size-large wp-image-1698" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/04/DSC07120-1024x232.jpg" alt="Khamar Daban Gebirge" width="474" height="107" /></a><p class="wp-caption-text">Khamar Daban Gebirge</p></div>
<p>Auf den Bergen liegt noch über einen Meter Schnee. Dies wird immer an der Wetterstation gemessen und aktuell ins Internet gestellt. Die Sonne meint es heute gut mit uns. Dima gibt mir eine Skibrille, damit ich nicht schneeblind werde. Oberhalb der Baumgrenze weht ein kräftiger Wind. Wir steigen ein paar Höhenmeter wieder hinab und Dima möchte mir die alte Poststraße zeigen. Früher sind hier einmal Kutschen gefahren und haben die Post von Irkutsk über Sludyanka in die Mongolei transportiert. Dieser Weg ist jedoch in diesem Winter kaum begangen, so dass es keinen Trampelpfad gibt und wir zum Teil bis zum Bauch einsinken. Ein Vorwärtskommen scheint unmöglich. Am Wegesrand entdecken wir Schneehöhlen. Hier hat anscheinend der Bergrettungsdienst geübt. Dima klettert einmal hindurch und hat seinen Spaß dabei. Als es unmöglich wird weiter zu gehen, beschließen wir ein Sonnenbad im Schnee zu nehmen. Für den Abstieg habe ich Mülltüten dabei. Die restlichen fast 700 Höhenmeter rutschen wir im Sturzflug den steilen Hang hinab. Die Vorfreude auf den warmen Ofen, lassen uns die klitsch nassen Hosen vergessen. Der Muskelkater im Hintern erinnert mich jedoch noch tagelang daran <img src="http://www.heikenicklisch.de/wp-includes/images/smilies/frownie.png" alt=":-(" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1697'><img width="150" height="150" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/04/DSC07108-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Cherskij Spitze (2090 m)" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1699'><img width="150" height="150" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/04/DSC07146-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Schneeimpressionen" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1712'><img width="150" height="150" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/04/DSC07131-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Dima entdeckt eine Schneehöhle" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1713'><img width="150" height="150" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/04/DSC07132-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="und klettert hindurch" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1718'><img width="150" height="150" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/04/DSC07138-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="auf dem Pfad der alten &quot;Poststraße&quot;" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1719'><img width="150" height="150" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/04/DSC07140-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="ein Weiterkommen ohne Skier scheint unmöglich" /></a>

<h4>Typisch Russland</h4>
<p>Wir verabschieden uns beim Jäger in der Meteostantsiya. Am Eingang stehen selbst gebaute Skier aus Birkenholz. Damit geht er im Winter jagen. Die Jäger in Sibirien bekommen eine Prämie für jeden Tod geschossenen Wolf. Die Wölfe sind zu gefährlich für die Bauern. Sie fressen ihr Vieh. Ich wollte noch wissen, mit was für ein Fell die Skier bespannt sind. Erst meinte der Jäger es sei ein sibirischer Zobel. Das weiche Gold Sibiriens. Wahrscheinlich weil er sah, dass ich eine Touristin bin. Dann verbesserte er sich und murmelte etwas vom Hund. Diese Skier sind also mit Hundefell bespannt. Anders als in Deutschland sind Hunde in Russland auch Nutztiere oder werden sogar von sehr armen Leuten gegessen. Es soll sehr gut helfen bei Erkältungen.</p>
<div id="attachment_1700" style="width: 209px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/04/DSC07152.jpg"><img class="wp-image-1700 size-medium" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/04/DSC07152-199x300.jpg" alt="Skier aus Birkenholz mit Hundefell bespannt" width="199" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Skier aus Birkenholz mit Hundefell bespannt</p></div>
<p>Wir steigen schnell das Tal hinab. Ich möchte mir noch das Mineralmuseum anschauen. Es ist eine private Sammlung eines Geologen in Sludyanka. Griesgrämig öffnet uns die Frau und fragt: wie viele? Danach kommt ein NET mit der Begründung: nur für Gruppen geöffnet. Wir dürfen also nicht hinein. Dima meint, die Familie sei für ihre Unfreundlichkeit bekannt. Dafür war der Empfang im Hostel bei Anja um so wärmer und herzlicher. Hier habe ich im vergangenen Jahr gewohnt. Anja wusste sogar noch meinen Namen. Ich hatte ein paar Kleinigkeiten für die Jungs mit. Wir blieben zum Tee. Mit Süßigkeiten und Geschenken überhäuft fuhren wir wieder zurück nach Irkutsk.</p>
<h4>Der Baikalsee zeigt mir seine kalte Schulter</h4>
<p>Ich möchte raus aus der Stadt Irkutsk und fahre mit der Marschrouta &#8211; einem Kleinbus nach Listwjanka. Dort quartiere ich mich ins Hostel ein, bestelle die Banja (russische Sauna) für den Abend und genieße geräucherten Omul (ein Lachsfisch der ausschließlich im Baikalsee lebt) und Bier am Ufer des zugefrorenen Baikalsees. Am Wochenende 11. und 12. April 2015 ist Ostern in Russland. Sehr viele Leute feiern dies, in dem sie an den Baikalsee fahren zum Picknicken. Sie sitzen wie ich am Ufer oder genießen einen Ausflug mit einem Luftkissenboot über den zugefrorenen See.</p>
<div id="attachment_1706" style="width: 484px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/04/DSC07171.jpg"><img class="wp-image-1706 size-large" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/04/DSC07171-1024x232.jpg" alt="Listwjanka vom Baikalsee aus" width="474" height="107" /></a><p class="wp-caption-text">Listwjanka vom Baikalsee aus</p></div>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1709'><img width="150" height="150" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/04/DSC07159-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="geräucherter Omul aus dem Baikalsee" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1749'><img width="150" height="150" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/04/DSC07180-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Baikalsee Eis" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1705'><img width="150" height="150" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/04/DSC07160-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="auf dem zugefrorenen Baikalsee" /></a>

<p>Ich spaziere auf dem zugefrorenen Baikalsee herum. Es weht ein eisiger Wind. Die Kälte vom Eis steigt in mir hinauf in alle Glieder. Eigentlich war mein großer Traum einmal über den Baikalsee vom West- zum Ostufer zu laufen. 40 Kilometer Eistrekking mit Zelten darauf. Bei dem Gedanken friert es mich noch mehr. Für manche Träume ist es wohl besser, wenn man sie weiter träumt <img src="http://s.w.org/images/core/emoji/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>
<div id="attachment_1707" style="width: 484px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/04/DSC07173.jpg"><img class="wp-image-1707 size-large" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/04/DSC07173-1024x680.jpg" alt="Blick zum Ostufer" width="474" height="315" /></a><p class="wp-caption-text">Blick zum Ostufer</p></div>
<p>Am Abend genieße ich zwei Stunden Banja mit Birkenrute und schickem Banjahut. Da möchte ich unbedingt noch welche kaufen davon! Den nächsten Tag steige ich wie viele andere Wochenendausflügler auf den Aussichtsberg von Listwjanka. Von oben kann man sehen, dass die Angara nie zufriert und Sibirien so langsam aus dem Winterschlaf erwacht. Das sicherste Anzeichen dafür ist, dass die Möwen zum Baikal zurück gekehrt sind.<a href="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/04/DSC07192.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-1708" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/04/DSC07192-300x198.jpg" alt="Blick auf die Ankara u. Port Baikal" width="300" height="198" /></a></p>
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		<title>Picknick ohne Bären</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Apr 2015 16:19:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[admin-heike]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte]]></category>
		<category><![CDATA[Fotos]]></category>

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		<description><![CDATA[Der 1. April zeigte so richtig was er kann. Es stürmte und schneite in Dresden, so dass der Flieger nach Moskau mit einer Stunde Verspätung startete. Bei nur einer Stunde und fünfzehn Minuten Umsteigezeit für den Anschlussflug nach Irkutsk war dieser nunmehr unerreichbar für mich. Doch ich hatte Glück im dreifachen Sinn. Zum einen gab es [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der 1. April zeigte so richtig was er kann. Es stürmte und schneite in Dresden, so dass der Flieger nach Moskau mit einer Stunde Verspätung startete. Bei nur einer Stunde und fünfzehn Minuten Umsteigezeit für den Anschlussflug nach Irkutsk war dieser nunmehr unerreichbar für mich. Doch ich hatte Glück im dreifachen Sinn. Zum einen gab es noch einen Flug kurz vor Mitternacht und auch noch Platz und zum Anderen saß Vera im Flieger neben mir. Sie ist Austauschlehrerin am deutschen Gymnasium, unterrichtet Russisch und hatte das gleiche Ziel wie ich. So verging die Wartezeit sehr kurzweilig. Gleich am Freitag darauf ging es morgens los mit dem Zug von Irkutsk in Richtung Sludjanka. In der Hälfte sind wir (Dima ist Guide von Baikal Trekking: http://www.baikaltrekking.com + zwei Gäste: Michael und ich) ausgestiegen und mitten in die Taiga gepurzelt. Allerdings nicht an der geplanten Haltestelle. Unser Guide Dima ist während der Bahnfahrt eingenickt und hat somit den eigentlichen Stopp verschlafen. Aber Glück im Unglück oder alles hat seinen Sinn im Leben: So hat er schnell alles umgeplant und meinte wir gehen zu einer anderen Hütte, die sogar noch nebenan eine kleine Banja (russische Sauna) hat. Kurz vorher hatte ich noch gefragt, ob es auch an der Hütte eine Banja gibt <img src="http://s.w.org/images/core/emoji/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Wunsch ans Universum wieder einmal erfüllt! Nach einer kurzen zweistündigen Wanderung waren wir auch schon da. Dort hieß es Klamotten in trockene tauschen und Feuerholz machen. Einmal zum gemütlichen Picknicken, dann zum Banja anheizen, um das Lagerfeuer am Laufen zu halten, damit wir darauf das Abendessen (Borschtsch) kochen können und danach die Hütte anzuheizen. Als die Suppe fertig gekocht war, wurde sie auf dem Ofen in der Hütte warm gehalten. Wir haben noch unser Lager gerichtet und sind mit Handtuch in die Banja gezogen. Mitten in der Taiga in die Sauna gehen und danach im Schnee wälzen oder abreiben. Das ist das wahre Russland! Nach drei bis vier Schwitzgängen und fleißigen Abklopfen mit Reisigzweigen, freuten wir uns schon auf die fertige Suppe in der Hütte. Da Dima so gut deutsch spricht, ging der Abend mit einer Flasche Wodka sehr gesprächig zu Ende.</p>
<div>

<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1663'><img width="150" height="150" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/04/DSC07040-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Bahnstation Jagodni" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1664'><img width="150" height="150" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/04/DSC07046-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Micha hackt Holz" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1665'><img width="150" height="150" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/04/DSC07047-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Dima beim Ofen anfeuern" /></a>

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<div>Den nächsten Tag wurden wir von Dima mit Milchreis und Kaffee verwöhnt. Nur noch einpacken und los ging die Wanderung zu den Kletterfelsen der Olchinskogo Ebene. Das Gebiet zwischen Irkutsk und dem Baikalsee ist bisher bei Ausländern fast gänzlich unbekannt, obwohl es ausgesprochen verkehrsgünstig liegt. Im Winter gehen die Russen hier Ski fahren und im Sommer klettern. Bekannt und beliebt ist die Gegend vor allem durch die markanten Felsformationen des Sibiriak und der Staraja. Die Felsen bieten mehrere unterschiedlich anspruchsvolle Aufstiegsrouten. Wir kraxeln alle ein bisschen herum, so weit sich jeder traut. Zum Picknick wird wieder Tee über dem Feuer gekocht oder Brot geröstet. Wir beschließen die große Runde zu gehen. Bevor jedoch Dima den Heimweg entlang des Flusses Bolschoi Olcha zur Bahnstation Orlenok gefunden hatte, haben wir kurz vor dem Dunkelwerden den Zug verpasst. Man muss sich schon sehr gut auskennen in diesem völlig unerschlossenem Gebiet. Es gibt weder Wegweiser noch Hinweisschilder. Aber es war nicht weiter schlimm. Später fuhr noch einer. Und ich staunte nicht schlecht, dass der voller Leute war, die vom Skilanglauf aus dem Gebirge kamen. Die Wartezeit haben wir mit dem Rösten der Reste am Lagerfeuer verbracht. In Russland kann man überall Feuer anzünden und sich dafür trockene Bäume fällen. Undenkbar in Deutschland! Leise verspeisten wir unsere Essensreste, denn die Bären halten noch Winterschlaf und wir wollten sie auf gar keinen Fall stören <img src="http://s.w.org/images/core/emoji/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></div>
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<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1671'><img width="300" height="199" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/04/DSC07064-300x199.jpg" class="attachment-medium" alt="der Staraja Felsen" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1673'><img width="199" height="300" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/04/DSC07079-199x300.jpg" class="attachment-medium" alt="Micha beim Herumkraxeln" /></a>
<a href='http://www.heikenicklisch.de/?attachment_id=1672'><img width="300" height="217" src="http://www.heikenicklisch.de/wp-content/uploads/2015/04/DSC07076-300x217.jpg" class="attachment-medium" alt="Picknick mit Lagerfeuer und OHNE Bären" /></a>

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